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Mittwoch, 30. Dezember 2009

'Im Landkreis die Weichen in Richtung Klimaschutz stellen'

Artikel aus den Verdener Nachrichten von Johannes Heeg

"Verden. Geht es nach Wilhelm Hogrefe, müsste sich der Landkreis Verden noch stärker für Klimaschutz und eine zukunftssichere Energieversorgung engagieren. 'Wir sollten Vorreiter sein in der Energieregion Nordwest', schwebt dem Chef der CDU-Kreistagsfraktion vor. Der Luttumer Landtagsabgeordnete schlägt unter anderem vor, einen 'Runden Tisch' zu bilden, an dem Verbraucher sowie Vertreter von Handwerk, Landwirtschaft, Kommunen, Stadtwerken und der Energiekonzerne EWE und Avacon sitzen.

Ziel sei nichts Geringeres als die Umstellung der Energieversorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft von Öl, Kohle und Atom auf erneuerbare Quellen. 'Der Landkreis Verden ist dafür prädestiniert', so Hogrefe. Hier lebten gebildete Menschen, die auch bereit und finanziell dazu in der Lage seien, beispielsweise in Bürgerwindparks zu investieren. 'Die bringen ja auch eine gute Rendite für die Anleger', so Hogrefe. Bürger-Windparks, deren Betreibergesellschaften ihren Sitz im Landkreis haben, hätten noch einen weiteren Vorteil: 'Die Gemeinden profitieren von der Gewerbesteuer', so Hogrefe. Nach seinen Informationen sei mit einem jährlichen Steueraufkommen von 100000 Euro je Megawatt Leistung zu rechnen. Ein einziges modernes Fünf-Megawatt-Windrad bringe also eine halbe Million Euro Gewerbesteuer im Jahr. 'Das ist Wertschöpfung vor Ort', so Hogrefe, 'die den Kommunen und ihren Bürgern unmittelbar zugute kommt.'

Zwar gebe es solche Windmühlen noch nicht im Landkreis, doch planten einige Betreiber ein sogenanntes 'Repowering'. Dabei würden ältere Anlagen am selben Standort durch größere und stärkere ersetzt. Im Zuge des neuen Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) rechne er mit einem Zuwachs von 40 bis 50 Megawatt allein an Windleistung im Landkreis Verden. 'Bei unserem Raumordnungsprogramm sollten wir die Weichen so stellen, dass möglichst viel für den Klimaschutz und gleichzeitig für unsere Betriebe herausspringt', so Hogrefe, der für die nächsten zehn Jahre von einem 'Dauerkonjunkturprogramm' spricht.

Wichtig im Sinne des Klimaschutzes sei dabei aber nicht nur die Energieerzeugung, bei der auch die direkte Einspeisung von Biogas sowie dezentrale Holzheizwerke eine Rolle spielten, sondern vor allem auch der möglichst sparsame Umgang mit der Energie. 'Wir brauchen ein intelligentes Stromnetz', so Hogrefe. Ein Baustein des auch 'Smart Grid' genannten Systems seien intelligente Stromzähler, die ab 1. Januar in Neubauten vorgeschrieben seien. Die neuen Zähler erfassen einerseits das Verbrauchsverhalten, so dass die Stromversorger die Produktion besser an den Bedarf anpassen können. Andererseits ermöglichen es die schlauen Zähler dank ihrer Vernetzung mit den Stromerzeugern auch, den Verbrauch an die jeweiligen Kraftwerkskapazitäten anzupassen. 'Wenn gerade viel Wind weht und ganz viel Windstrom im Netz ist', erklärt Hogrefe, 'dann ist der Strom ziemlich billig. In dieser Phase wäre es sinnvoll, die Waschmaschine und den Geschirrspüler einzuschalten und nicht zur Mittagszeit, wenn alle zu Hause kochen.' Mit einem modernen Energiemanagement wären Einsparungen von bis zu zehn Prozent ohne Komfortverlust möglich. Voraussetzung wäre aber, dass alle Haushalte mit einem DSL-Anschluss ausgerüstet werden."

[Hier] geht's zum Original-Artikel.

Dienstag, 22. Dezember 2009

Bewusst gegen Kohle und Atom

Artikelserie "Verdener engagieren sich für den Umweltschutz" der Verdener Nachrichten, von Johannes Heeg

Verden. Bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen wurde viel geredet. Weil Klimaschutz aber ohne Taten nicht funktioniert, haben wir uns in der Region umgesehen und mit Menschen gesprochen, die etwas in diesem Sinne tun. Das Thema heute: Öko-Strom.

Dass das Verdener Ökozentrum Öko-Strom bezieht, liegt auf der Hand. Dass dieser Öko-Strom von den Verdener Stadtwerken geliefert wird, erklärt Rasmus Grobe vom Ökozentrum so: 'Die bekommen den Strom von Greenpeace energy.' Greenpeace zähle zu jenen vier Ökostromanbietern in Deutschland, die konsequent in erneuerbare Energien investieren und nicht mit irgendwelchen Konzernen verbandelt seien. Das Ökozentrum habe voriges Jahr 28447 Kilowattstunden Ökostrom im VERNatur-Tarif bezogen. Hinzu komme der Baustoffhändler Biber, der einen eigenen VERNatur-Vertrag mit den Stadtwerken hat, und die Gaststätte 'Liekedeeler', die von Greenpeace energy direkt bezieht. Schon vorher habe das Ökozentrum mit den Stadtwerken zusammengearbeitet: 'Die speisen ja den Strom ein, den unsere Photovoltaikmodule produzieren', so Grobe. Es sei wichtig, die kommunalen Versorgungsstrukturen zu erhalten und zu stärken.

Grobe merkt allerdings an, dass es 2006 wegen der Kohlekraftwerks-Beteiligung der Stadtwerke durchaus einige hausinterne Diskussionen darüber gab, 'ob wir bei den Stadtwerken bleiben'. Er halte es für wahrscheinlich, dass die Stadtwerke das Ökozentrum als Kunden verlieren, wenn der städtische Versorger sich an einem weiteren Projekt dieser Art beteiligen würde.

Das Tagungshaus Drübberholz in Dörverden bekommt seinen Strom vom Ökostromhändler Lichtblick. 'Das war Anfang der 90-er Jahre einer der ersten, die Atom- und Kohle-freien Strom flächendeckend angeboten haben', so Bernward Nüttgens, der Leiter der Einrichtung. 'Uns war wichtig, dass wir einen Anbieter haben, der unabhängig von den großen Konzernen arbeitet.'

Jörg Lüning, Windmüller aus Holtum-Geest, ist Kunde und Mitglied bei zwei anderen Konzern-unabhängigen Ökostrom-Anbietern. Bei den Elektrizitätswerken Schönau (EWS) kauft er den Strom für sein Wohnhaus in Visselhövede, bei Naturstrom den Betriebsstrom für seine Windmühlen. 'Mir gefällt das Prinzip der Schönauer', erzählt Lüning. Nach der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl hätten Schönauer Bürger beschlossen, eine atomstromlose und nachhaltige Energieversorgung aufzubauen. Nach zähem Ringen, auch vor Gericht, hätten die bundesweit als 'Stromrebellen' bekannt gewordenen Aktivisten das örtliche Stromnetz von einem Atomkraftwerksbetreiber gekauft und betreiben seitdem ein bürgereigenes Elektrizitätswerk. Mittlerweile belieferten die EWS 86000 Stromkunden in ganz Deutschland, darunter hunderte von kleinen und großen Unternehmen.

Hermann Meyer ist mit seiner Familie schon seit zehn Jahren Kunde von Naturstrom. 'Uns liegt viel daran, dass unser Stromverbrauch zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt wird', so der Kirchlintler. Jeder Ökostrom-Kunde leiste einen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland und zum Neubau von Anlagen zur Stromerzeugung aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. 'Bildlich gesprochen haben wir damit der Umwelt so viele Schadstoffe erspart und den gleichen Klimaschutzeffekt erzielt wie tausend große Bäume in einem Jahr', meint er. Er sei stolz darauf, eine bewusste Entscheidung gegen Strom aus Kohle und Atom getroffen zu haben und einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Wichtig sei nicht nur, wo der Strom herkomme, sondern auch der sparsame und bewusste Gebrauch. 'Wir haben die Tiefkühltruhe abgeschafft und überall im Haus Energiesparlampen', so Meyer, dessen Zwei-Personenhaushalt 2400 Kilowattstunden Strom im Jahr verbraucht. Sinnlosen Stand-by-Verbrauch gebe es auch nicht mehr, sämtliche Geräte seien über abschaltbare Steckerleisten angeschlossen. Ihre persönliche Klimabilanz verbessere die Familie zudem durch Beteiligungen an Öko-Kraftwerken wie Bürger-Windparks oder Bürgersolaranlagen.

Montag, 21. Dezember 2009

In jeder Minute ein Kubikmeter Holz mehr

Klimaschutzserie im Landkreis Verden in den Verdener Nachrichten, von Johannes Heeg

"Verden. Bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen wurde viel geredet. Weil Klimaschutz aber ohne Taten nicht funktioniert, haben wir uns in der Region umgesehen und mit Menschen gesprochen, die etwas in diesem Sinne tun. Das Thema heute: Heizungsanlagen.

Heizöl und Erdgas braucht Ulrich Steinmeyer schon lange nicht mehr, um sein Haus zu beheizen und warmes Wasser zu bereiten. Zusammen mit neun weiteren Häusern in der Gemeinschaftssiedlung Neumühlen in Verden ist seine Doppelhaushälfte an ein zentrales Blockheizkraftwerk angeschlossen, das mit einem nachwachsenden Rohstoff befeuert wird: mit Rapsöl.

Mit dieser umweltfreundlichen Technik sind die 30 Bewohner der Gemeinschaftssiedlung Vorreiter im Landkreis Verden, andere Rapsöl betriebene Blockheizkraftwerke gibt es in der Region noch nicht. Steinmeyer zur Umweltfreundlichkeit der Anlage: 'Durch die Verbrennung des Pflanzenöls wird nur das Kohlendioxid frei, das die Pflanze zuvor gebunden hat. Auch werden Umwelt belastende Erdöltransporte über den halben Erdball vermieden.'

Die moderne Technik schont zudem das Portemonnaie der Bewohner. Außer Wärme wird nämlich auch Öko-Strom erzeugt, der an die Stadtwerke Verden verkauft wird. Da sich aus einem Liter Rapsöl, der derzeit für 65 Cent erhältlich ist, drei Kilowattstunden Strom produzieren lassen, kostet die zusätzlich entstehende Wärme so gut wie gar nichts. 'Die gut sechs Kilowattstunden Wärme, die wir aus einem Liter Rapsöl herausholen, gibt?s fast umsonst dazu', freut sich Steinmeyer. Rund 12000 Liter Öl werden pro Jahr verbrannt, was 36000 Kilowattstunden Strom ergibt.

Trotz der Investitionskosten von rund 70000 Euro - 40000 davon fürs Blockheizkraftwerk und 30000 für die Tanks und das Gebäude - fallen die Heizungsrechnungen sehr niedrig aus, weil alle angeschlossenen Häuser konsequent nach Süden ausgerichtet und gut bis sehr gut wärmegedämmt sind. Steinmeyer, der ein so genanntes Passivhaus bewohnt, braucht für seine Haushälfte nur rund 200 Liter Rapsöl im Jahr für die Heizung, das sind jährlich etwa ein bis eineinhalb Liter pro Quadratmeter. Hinzu komme der Verbrauch fürs Warmwasser.

Die Anlage laufe mittlerweile recht zuverlässig. Nach anfänglichen Problemen seien die Wartungsintervalle deutlich verkürzt worden: 'Wir machen jetzt mit jeder neuen Öllieferung, also drei mal im Jahr, eine größere Wartung mit Filterreinigung und Düsenwechsel', so Steinmeyer. Seitdem laufe das BHKW fast störungsfrei.

Ob er heute noch mal Rapsöl als Brennstoff wählen würde, weiß er indes nicht so genau. 'Pflanzenöle sind sehr hochwertige Produkte, die auch mit viel Aufwand erzeugt werden müssen', sagt er. Außerdem bestehe die Gefahr, dass ihr Anbau Nahrungsmittelpflanzen weltweit verdränge oder Urwälder zerstöre, so wie das beim Palmöl in Indonesien der Fall sei. In der Kombination mit Strom- und Wärmeerzeugung sei ein Rapsöl-BHKW allerdings immer noch deutlich positiv zu bewerten.

Im Verdener Stadtkirchenzentrum sorgen zwei grün lackierte 'Dachse' für Wärme und Strom. So nennt der Hersteller seine Blockheizkraftwerke, die in diesem Fall mit Erdgas betrieben werden. 'Das hat uns der Energieberater 2003 vorgeschlagen, nachdem die alte Heizung den Abgastest nicht mehr bestanden hat', sagt Diakonin Kerstin Dierolf. Der Hersteller habe für das 70-er-Jahre-Gebäude mit seinen 983 Quadratmetern Nutzfläche eine Energiekostenersparnis von 47,5 Prozent und eine CO2-Minderung von 68 Prozent prognostiziert. 'Wir wollten konkret was tun zur Bewahrung der Schöpfung und nicht nur predigen', so Dierolf. Die Anlage funktioniere zuverlässig. Da die Dachse Strom erzeugen, der ins Netz eingespeist wird - 2008 waren das 30278 Kilowattstunden - laufe der Stromzähler oft rückwärts. 'Das war am Anfang schon ein bisschen seltsam', so Dierolf. Der Stromverkauf habe 2008 immerhin 3246 Euro eingebracht.

Rund 12000 Liter Heizöl im Jahr ersetzt Rathje Clasen jedes Jahr, seit er 2006 seine Heizung komplett auf Biomasse umgestellt hat. Der Landwirt aus Neddenaverbergen hat sein altes Backhaus zur Heizzentrale aufgerüstet, die mit Holzhackschnitzeln betrieben wird. Damit versorgt er sein altes Bauernhaus mit Heizungswärme und Warmwasser, außerdem die Wohnung seiner Eltern und - mit Hilfe einer 40 Meter langen Nahwärmeleitung - das Haus seines Onkels. Da in beiden Häusern die Erneuerung der Heizung anstand und Brennholz in Hülle und Fülle zur Verfügung steht, stand für Clasen schnell fest: 'Wir machen was mit Holz.'

150 bis 180 Kubikmeter Holzschnitzel aus dem eigenen Wald verbrennt er in seiner Holzheizung aus Finnland, die mit den Leitungen und allem Drum und Dran rund 35000 Euro gekostet hat. Die Anlage arbeitet vollautomatisch: 'Der sechs Kubikmeter große Vorratsbehälter für die Schnitzel muss, je nach Wärmebedarf, alle vier bis 14 Tage nachgefüllt werden', so Clasen.

Die Mehrkosten von 20000 Euro im Vergleich zu einer konventionellen Heizung werde er in vier bis fünf Jahren wieder heraus haben, so Clasen. Sofort eingestellt hätten sich aber andere Effekte: 'Wir heizen klimaneutral, weil bei der Verbrennung von Holz nur das CO2 freigesetzt wird, das die Pflanze in ihrem Leben gespeichert hat. Und wir betreiben Wertschöpfung in der Region', sagt Clasen. Das Holz wachse auf seinem Hof und müsse nicht um die halbe Welt transportiert werden. Und dem Wald bekomme es ausgesprochen gut, wenn er von Zeit zu Zeit ausgelichtet werde.

Wie zuverlässig automatische Biomasse- Heizungsanlagen funktionieren, zeigt Cord Ehlers, Geschäftsführer des Heizungsbaubetriebs Ehlers & Otten in Holtum-Geest, gerne anhand seiner eigenen Biomasseheizung: 'Wir heizen bei uns mit einer 120-Kilowatt-Anlage rund 2000 Quadratmeter. Damit verbinden wir Klimaschutz mit regionaler Wertschöpfung.' Davon profitierten schon zahlreiche Kunden. 150 große Holzhackschnitzelheizungen habe sein Betrieb bislang verkauft und eingebaut. Die hätten bis jetzt Brennstoff im Wert von 500000 Euro verbraucht. Die gleiche Energiemenge in Heizöl hätte die Heizungsbetreiber hingegen zwei Millionen Euro gekostet. 'Und es wären 60000 Tonnen CO2 in die Luft geblasen worden', so Ehlers.

Mittlerweile täten sich immer mehr Besitzer von Einfamilienhäusern zusammen, um Gemeinschaftsheizungen zu betreiben. Allein sein Betrieb habe bislang 15 solcher Anlagen installiert, die fünf bis sieben Häuser oder Wohnungen versorgten. Betrieben würden sie mit Holzkesseln oder Biogasanlagen. 'Zurzeit sind die Förderbedingungen für Heizungen gut, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden', so Ehlers. So gebe es für Nahwärmeleitungen Zuschüsse von bis zu 80 Euro je Meter, und für Hausanschlüsse gebe der Staat bis zu 1800 Euro dazu. 'Das deckt einen Großteil der Kosten und macht die Sache wirtschaftlich', betont Ehlers. Außerdem seien zinsgünstige Kredite verfügbar.

Gute Erfahrungen mit ihrer Holzheizung haben die Verdener Stadtwerke gemacht. Ihr als EXPO-Projekt 1998 in Betrieb genommenes Holzheizwerk liefert Wärme für die Gebäude der Kreisverwaltung, die Schule am Lönsweg, einen Autohändler, einen Supermarkt, das Ökozentrum sowie für das Verwell-Schwimmbad. 'Allein die 20000 Quadratmeter Bürofläche des Landkreises haben einen Wärmebedarf, der dem Verbrauch von 600 Haushalten entspricht', rechnet der Technische Leiter Rainer Heitmann vor.

Erzeugt wird die Energie - jedes Jahr rund 7500 Megawattstunden - von zwei Holzheizkessel mit je 1000 Kilowatt Leistung und einem 1200-Kilowatt-Gasheizkessel, der bei Spitzenlasten oder Störungen anspringt. Die Hälfte des Brennmaterials sei Schwachholz aus der regionalen Forstwirtschaft, die andere Hälfte liefere eine Deponie in Beppen, die unbehandeltes Holz von Paletten und weitere Abfallhölzer zu Hackschnitzeln verarbeitet. 'Die Asche geht nach einer Untersuchung auf Schadstoffe als mineralischer Dünger in den Wald und in die Landwirtschaft', so Heitmann, 'das ist also ein gesunder Kreislauf.' Die Anlage trage zur Vermeidung von jährlich 2000 Tonnen CO2 bei.

Ein großer Freund der Wärmeerzeugung durch Holzheizungen ist Heinrich Luttmann. Kein Wunder, der Mann ist Holzlobbyist mit Leib und Seele - als Geschäftsführer der Waldconsulting Hohe Heide GmbH, die das Holz von 3000 privaten Waldbesitzern in vier Landkreisen vermarktet. Auf deren 50000 Hektar Wald fallen jedes Jahr rund 50000 Tonnen Energieholz an, also Kronen und sonstiges schwer verwertbares Restholz. Ein Großteil davon verrotte ungenutzt oder werde, wie der private Strauchschnitt, teuer entsorgt.

Gut 8000 Tonnen Gartenabfälle seiner Bürger bringt der Landkreis Verden jedes Jahr zur Kompostieranlage nach Beppen. Laut Luttmann könnte man mindestens 6000 Tonnen davon sinnvoller verwerten als zu kompostieren: 'Baum- und Strauchschnitt sollte man verbrennen, um daraus Energie zu gewinnen.' Angesichts der explodierenden Preise für Öl und Gas werde dies immer rentabler. Luttmann schwebt neben mehreren kleinen ein großes mit Holz befeuertes Kraftwerk mit einer thermischen Leistung von 20 Megawatt vor, das nicht nur zehnmal so stark ist wie das Heizkraftwerk der Verdener Stadtwerke, sondern auch gleichzeitig noch Strom erzeugt. 'Das erhöht die Wirtschaftlichkeit natürlich', so Luttmann, der auf ein 2005 in Betrieb gegangenes Holzheizkraftwerk der Stadtwerke Oerlinghausen in Nordrhein-Westfalen verweist.

Dieses rund vier Millionen Euro teure Kraftwerk arbeitet nach dem so genannten Organic-Rankine-Prozess, den der britische Physiker und Ingenieur William Rankine bereits im 19. Jahrhundert für Wärmekraftmaschinen beschrieben hat. Die in der Feuerungsanlage frei werdende Wärme wird an eine Stromerzeugungseinheit übertragen. Die Umwandlung der thermischen Energie in Strom erfolgt über eine Turbine. Als Brennstoff diene nur naturbelassenes Holz, so Luttmann. 'Es entsteht nicht mehr CO2 als ohnehin beim Verrotten des Holzes im Wald, die Verbrennung ist also schadstoffarm', betont Luttmann.

Benötigt würden rund 50000 Kubikmeter Holz jährlich. Laut Luttmann könnte man allein mit dem Restholz, das im Bereich der Waldconsulting verfügbar ist, jährlich rund 100000 Megawattstunden (oder umgerechnet 100 Millionen Kilowattstunden) Wärme erzeugen. Damit könnten theoretisch 5000 Einfamilienhäuser mit einem Durchschnittsverbrauch von je 20000 Kilowattstunden im Jahr umweltfreundlich und nachhaltig beheizt werden. Denn in der Region wachse stets mehr Holz nach als entnommen werde. 'Wir sind mit Investoren im Gespräch', so Luttmann. Im Verdener Bereich würde er gerne mit den Stadtwerken Verden zusammenarbeiten. 'Wenn wir die Wirtschaftskraft der Region stärken wollen, müssen wir verstärkt auf heimische Energiequellen setzen', sagt Luttmann.

Dass ihm das Holz ausgehen könnte, glaubt er nicht. In jeder Minute wachse in den Wäldern der Holzconsulting ein Kubikmeter Holz nach."

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Sauberer Strom vom Dach lohnt sich

Artikelserie "Klimaschutz im Landkreis Verden" der Verdener Nachrichten, von Johannes Heeg

"Verden. Bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen wird in diesen Tagen viel geredet. Weil Klimaschutz aber ohne Taten nicht funktioniert, haben wir uns in der Region umgesehen und mit Menschen gesprochen, die etwas in diesem Sinne tun. Das Thema heute: Photovoltaik.

Die Sonne anzapfen, um die Energie ihrer Strahlung direkt in Strom umzuwandeln - diese Idee findet auch im Landkreis Verden immer mehr Anhänger. Harm Kruse, Milchbauer aus Holtum-Geest, betreibt seit April 2007 ein 25-Kilowatt-Sonnenkraftwerk auf den Dächern seiner Stallgebäude. Rund 100000 Euro hat der 37-Jährige dafür investiert, 80 Prozent davon über ein Darlehen bei der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), für das er weniger als zwei Prozent Zinsen zahlt. Die Stromernte betrage rund 22500 Kilowattstunden im Jahr, so Kruse, der zwei Argumente für sein Engagement nennt: 'Ich tue etwas für die Umwelt und verdiene dabei noch Geld.' Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals sei höher als wenn er das Geld bei der Bank anlegen würde. 2007 sei er der zweite Landwirt im Ort gewesen, der sich eine große Photovoltaikanlage aufs Dach gesetzt hat. Mittlerweile hätten vier weitere Berufskollegen nachgezogen, mit zum Teil noch leistungsstärkeren Anlagen.

100000 Euro investieren will auch die Bürgersolar-Kirchlinteln GbR. 22 Gesellschafter sind mit Anteilen ab 1000 Euro dabei. Weil die Preise für die Module ständig fallen, reicht das Geld nun sogar für eine Leistung von 33 Kilowatt, sagt Henk Dohle, einer der Geschäftsführer und Initiatoren des Projekts. Die bereits zweite Bürgersolar-Anlage in Kirchlinteln - die erste wurde auf einem Dach von Landwirt Joachim Köhler installiert - soll bis April 2010 auf dem Dach des Kirchlintler Schulzentrum aufgebaut werden und in zehn Jahren ihre Kosten wieder eingespielt haben. In der Schule wird ein Display Schüler und Lehrer ständig über die Menge des erzeugten sauberen Stroms informieren. 'Die Schule hat schon zugesagt, dass die Photovoltaikanlage auch in den Unterricht eingebaut wird', so Dohle. Ausdrücklich lobt er die Gemeinde Kirchlinteln, die das Projekt in jeder Form unterstütze: 'Das Dach der Schule wird uns kostenlos zur Verfügung gestellt.'

Solarenergie sei eine saubere und kostenlose Energie, heißt es im Internetauftritt der Solarinitiative unter www.buergersolar-kirchlinteln.de. Die Energie zur Herstellung einer Photovoltaikanlage sei nach etwa fünf Jahren erwirtschaftet. Danach liefere die Solaranlage reine Energiegewinne. Solarstromanlagen rentierten sich auch finanziell, sie seien technisch ausgereift, hätten eine lange Lebensdauer und stellten eine erhebliche Wertsteigerung ihrer Trägergebäude dar.

Solaranlagen stünden für Lebensqualität und zeigten Umweltbewusstsein. Eine Zwei-Kilowatt-Anlage fürs private Wohnhaus erzeuge etwa 36000 Kilowattstunden Strom in 20 Jahren und erspare der Umwelt in dieser Zeit rund 27000 Kilo CO2-Emissionen. 11000 Liter Öl würden dabei gespart.

'VerSolar' heißt ein Bürger-Solar-Projekt der Stadtwerke Verden, das nach einem anderen Prinzip funktioniert. 78 Bürger haben den Stadtwerken Darlehen gegeben, die je nach Laufzeit mit 3,5 Prozent (fünf Jahre) oder 3,9 Prozent (zehn Jahre) verzinst werden. Die Stückelung beträgt 250 Euro. Mit dem Geld haben die Stadtwerke bis jetzt sieben Photovoltaikanlagen auf Verdener Kindergärten und Schulen errichtet. Letztes Projekt für dieses Jahr ist das Sonnenkraftwerk auf dem Dach der neuen Sporthalle in Verden-Walle mit einer Leistung von 45 Kilowatt. 'Die Gesamtleistung unserer Photovoltaik-Anlagen beträgt damit 210 Kilowattstunden', bilanziert der technische Leiter Rainer Heitmann. Dies entspreche einer Ersparnis an klimaschädlichen CO2-Emissionen von 123 Tonnen im Jahr.

Das 2008 gestartete 'Sparbuch mit Umweltnutzen' sei zwar schleppend angelaufen, habe aber mit Beginn der Weltfinanzkrise plötzlich großen Zulauf bekommen. 'Unsere Zinsen waren dann plötzlich attraktiv', meint Heitmann. Außerdem genössen die Stadtwerke offenbar das Vertrauen der Anleger. Weil bereits Anfang Dezember die angestrebte Darlehenssumme von rund 700000 Euro erreicht worden sei, hätten die Stadtwerke das Projekt früher als erwartet geschlossen. Ob es eine zweite Auflage der VerSolar-Bürgerbeteiligung geben wird, werde das kommunale Versorgungsunternehmen zu Beginn des neuen Jahres entscheiden.

Daniel Schmitz aus Stedebergen hat mit großen und kleinen Photovoltaikanlagen zu tun. Auf dem Dach seines Hauses betreibt der 33-jährige Elektro-Installateur-Meister eine Zwei-Kilowatt-Anlage, die er demnächst auf vier kW vergrößern will. Nächstes Jahr will er zusammen mit Freunden auf zwei Scheunendächern in Hütthof bei Visselhövede ein Kraftwerk mit 60 bis 80 Kilowatt bauen, und für seinen Arbeitgeber plant er in Salzwedel in ganz anderen Dimensionen. Dort geht es um eine Freiflächenanlage mit einer Leistung von 2000 Kilowatt, die 50000 Quadratmeter einnehmen wird.

Diese Art der Stromerzeugung müsste viel mehr Verbreitung finden, meint Schmitz. Leider seien die Behörden nach der jüngsten Bundestagswahl restriktiver geworden, was die Genehmigungspraxis angehe. 'Ich wünsche mir da schon mehr Unterstützung.' Gar nicht verstehen könne er, warum die Atomkraft immer wieder als CO2-freie Energieform dargestellt werde. 'Beim Bau der Kraftwerke wird sehr viel CO2 freigesetzt, und erst recht bei der Demontage. Dasselbe gilt für die Gewinnung des Urans', meint er.

Daher setze er lieber auf Wind- und Solaranlagen. 'Die brauchen für ihren Betrieb keine Primärenergie und belasten nicht die Umwelt', so Schmitz, 'sie hätten daher einen hohen energetischen und volkswirtschaftlichen Nutzen. 'Wir müssen einfach umdenken', fordert er, 'wir müssen weg von den schwerfälligen Großkraftwerken hin zu dezentralen kleinen und flexiblen Anlagen, die sauberen Strom produzieren.' Dies würden sich langfristig rechnen, ist er sich sicher."

Mittwoch, 16. Dezember 2009

20 Euro Heizkosten für 200 Quadratmeter

Klimaschutz-Serie in den Verdener Nachrichten, von Johannes Heeg Formatierung für ausgewählten Text aufheben

"Verden. Bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen wird in diesen Tagen viel geredet. Weil Klimaschutz aber ohne Taten nicht funktioniert, haben wir uns in der Region umgesehen und mit Menschen gesprochen, die etwas in diesem Sinne tun. Das Thema heute: Wärmedämmung.

Wer den Energieverbrauch seines Altbaus und damit Heizkosten und CO2-Ausstoß senken will, muss erst mal Geld in die Hand nehmen, und zwar ziemlich viel. Dass sich die Investition dennoch lohnt, zeigt der Architekt Thomas Isselhard, Mitglied im Verdener Netzwerk Nachhaltiges Bauen e.V. am Beispiel des über 300 Jahre alten Verdener Domherrenhauses. Das Historische Museum ist nicht nur ein Baudenkmal, sondern auch ein Sanierungsfall. Die Außenhaut ist ziemlich dünn, so dass Museumsleiter Dr. Björn Emigholz rund 8000 Euro im Jahr für die Beheizung ausgeben muss - mit stark steigender Tendenz. Dank des Konjunkturpakets der Bundesregierung ist nun aber Abhilfe in Sicht: Das Haus an der Unteren Straße soll ein Energie-Musterknabe werden, ein Modellprojekt.

'Wir wollen die Heizkosten auf 40 Prozent senken', so Isselhard, der nach einer energetischen Bestandsaufnahme vorgeschlagen hat, die marode Heizung durch ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk zu ersetzen, das gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt und so den eingesetzten Brennstoff zu 90 Prozent nutzt. Zudem sollen die Außenwände von innen und Dach und Decken gedämmt und alle Fenster mit Einfachverglasung erneuert werden. 'Man sollte immer mit den Maßnahmen anfangen, die am meisten bringen', so Isselhard. 250000 Euro kostet die Maßnahme, für die im Januar der Startschuss fällt. 'Die Sache rechnet sich auf jeden Fall', sagt Emigholz. Laut Modellrechnung können durch die Sanierung 146000 Euro in 20 Jahren an Heizkosten eingespart werden.

Für private Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden in der Verdener Altstadt hat die Stadt Verden ein besonderes Förderprogramm aufgelegt - auch dies ein Modellprojekt, wie Fachbereichsleiterin Ulrike Zeidler betont. In der ersten Stufe eines Wettbewerbs bekommen sechs Hauseigentümer jeweils 1000 Euro als Zuschuss zu den Planungskosten. Damit werden konkrete Sanierungskonzepte gefördert, die für die Teilnahme an der zweiten Stufe des Wettbewerbes erforderlich sind.

Mit insgesamt 85000 Euro aus dem Konjunkturpaket will die Stadt die Umsetzung von drei bis fünf vorbildlichen Sanierungskonzepten für denkmalgeschützte Gebäude in der Verdener Altstadt unterstützen. Abgabeschluss für ein Sanierungskonzept als Wettbewerbsbeitrag ist der 15. Februar. Unter www.verden.de (Aktuelle Themen) sind die Wettbewerbsbedingungen und weitere Informationen zum Wettbewerb abrufbar. Das Netzwerk Nachhaltiges Bauen unterstützt den Wettbewerb und bietet dazu kostenlose Impulsberatungen an. Termine können mit dem Architekten Thomas Isselhard unter der Telefonnummer 04231/ 957555 vereinbart werden.

Dass sich Investitionen in Wärmedämmung und Klimaschutz rechnen, zeigt Isselhard auch am Beispiel eines alten Bauernhauses in Stedorf. 'Das haben wir energetisch auf Neubauniveau so saniert, dass der Gesamtenergiebedarf um 42 Prozent gesenkt wurde, wobei wir die typische Klinkerfassade erhalten haben', so Isselhard.

Für 100000 Euro seien ein Holzofen mit Warmwasseranschluss und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut worden, Dach und Böden seien gedämmt, die Außenwände von innen isoliert worden. 'Das lohnt sich', sagt Isselhard, und rechnet vor: Bei einer jährlichen Gaspreissteigerung von zwölf Prozent würden die Bewohner in den nächsten 30 Jahren 1,2 Millionen Euro für Heizung und Warmwasser ausgeben, wenn sie ihr Haus nicht gedämmt hätten. Dank der Investition, die zudem noch das Raumklima verbessert und dem Umweltschutz dient, sparen sie im selben Zeitraum 700000 Euro an Energiekosten ein.

Billiger wird das Energiesparen, wenn man sich sowieso ein neues Haus bauen will. Isselhard berichtet von einem 200-Quadratmeter-Wohnhaus in Horn-Lehe, dessen Bewohner sage und schreibe gerade mal 20 Euro im Monat für Heizung und Warmwasser ausgeben - und das bei Baukosten von 1400 Euro pro Quadratmeter.

Durch die Holzrahmenkonstruktion des Passivhauses mit Zellulosedämmung und Lärchenholzschalung seien nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz gekommen, die den Ressourcenverbrauch minimieren. 'Die Mehrkosten gegenüber dem vorgeschriebenen Standard betragen nur fünf Prozent', so Isselhard. Dafür geht er von einem Jahresheizwärmebedarf von umgerechnet 1,5 Liter Heizöl pro Jahr und Quadratmeter aus, 'das ist weniger als ein Euro pro Quadratmeter'.

Um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen - bis 2020 sollen die CO2-Emissionen mindestens um 20 Prozent reduziert werden - müsse aber vor allem in bestehende Gebäude investiert werden, so Isselhard. Bundesweit seien 75 Prozent des Gebäudebestandes vor 1980 errichtet worden. 'Der Energiebedarf im Gebäudebestand könnte bei umfangreicher Sanierung halbiert werden', sagt der Fachmann. Ein nicht zu verachtender Wirtschaftsfaktor für die regionale Bauwirtschaft: Allein für den Landkreis Verden beziffert er das jährliche Sanierungsvolumen auf 47 Millionen Euro.

Kräftig in Energiesparmaßnahmen investiert die Kreisbaugesellschaft. Für die Beheizung ihrer 1311 Mietwohnungen werden zwischen 75 und 250 Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter und Jahr benötigt, der Durchschnitt liege bei 180 Kilowattstunden, was 18 Litern Heizöl entspricht. 'Wir haben uns erst mal die Wohnungen vorgenommen, die bei über 180 Kilowattstunden liegen', berichtet Olaf Heitkamp, der Geschäftsführer des kommunalen Wohnungsunternehmens.

Er hat örtliche Handwerksbetriebe beauftragt, die Häuser mit dicken Schaumstoffplatten 'einzupacken'. Zudem wurden alte, undichte Fenster gegen hochwärmegedämmte ausgetauscht und Kellerdecken isoliert. Für eine Million Euro hat die Kreisbau im vorigen Jahr etwa 30 Wohnungen energetisch saniert, wie das im Fachjargon heißt. Hauptsächlich am Lönsweg. Das Programm wurde in diesem Jahr fortgesetzt, allerdings mit verdoppeltem Mitteleinsatz: '2009 haben wir 2,1 Millionen Euro investiert', sagt Heitkamp, der unter anderem zinsgünstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau nutzt: 'Der Zins liegt bei 1,4 Prozent.' Saniert wurden weitere Wohnungen am Lönsweg sowie am Fritz-Reuter-Weg und Im Ohrt - insgesamt 75.

Zudem bleibe es dabei, dass die Kreisbau jedes Jahr rund eine Million Euro in die Instandhaltung ihrer Wohnungen investiere, 2010 seien 30 Häuser an der Allerstraße an der Reihe. 'Wir müssen das machen, wenn wir unsere Mieter halten wollen', sagt Heitkamp. Schließlich sei der Ölpreis im vorigen Jahr um 32 Prozent gestiegen und damit auch die 'zweite Miete', die Nebenkosten. Der Erfolg der Maßnahmen könne sich sehen lassen: 'In den sanierten Häusern ist der Verbrauch bis zu 40 Prozent heruntergegangen', resümiert Heitkamp. Zwar würden die Mieten nach der Sanierung - dem Mietspiegel entsprechend - angehoben, doch würden die monatlichen Abschläge für die Nebenkosten reduziert.

Weil Heitkamp auch beim Landkreis fürs Gebäudemanagement zuständig ist, weiß er auch über die Investitionen in kreiseigene Gebäude Bescheid. '2009 und 2010 geben wir 2,2 Millionen Euro aus, um an unseren Gymnasien, an der BBS und am Kreishaus die Energieeffizienz zu verbessern', sagt er. Unter anderem würden Heizungen und Dächer erneuert und an die tausend alte Fenster ausgetauscht. 'Dadurch sparen wir 10000 bis 15000 Euro jährlich an Energiekosten ein', so Heitkamp."

Sonntag, 1. November 2009

Mehr Windstrom geplant

Verdener Nachrichten vom 30.10.09
Von Johannes Heeg
"Verden. Gleiche Fläche - doppelte Leistung. Wenn es um die Entwicklung der Windkraftnutzung im Landkreis Verden geht, hat die Verwaltung klare Vorstellungen. Welche Vorranggebiete ihrer Meinung nach ins neue Raumordnungsprogramm aufgenommen werden sollen, stellte sie jetzt im Planungs-, Wirtschafts-, Verkehrs- und Bauausschuss vor. Entscheiden wird im Frühjahr 2010 der Kreistag.

Derzeit sind zehn Vorranggebiete im Kreisgebiet ausgewiesen. Sie umfassen eine Fläche von 500 Hektar, auf denen 52 Windmühlen mit einer Nennleistung von insgesamt 79 Megawatt stehen. Zwei der 1997 ausgewiesenen Vorrangflächen - Langwedel-Moorstraße und Luttum-Armsen - sind gar nicht mit Windrädern bestückt und sollen künftig entfallen. Ebenfalls als Vorrangfläche entfallen soll der Standort Achim-Embsen, weil er zu dicht an der Vorrangfläche Achim-Borstel liegt. Für die vier Anlagen in Embsen bestehe jedoch Bestandsschutz, hieß es. Sollten sie irgendwann durch stärke Anlagen ersetzt werden - man spricht hier neudeutsch von Repowering - dürften allerdings nur zwei Windtürme übrig bleiben, erklärte Karin Griwatz vom Planungsamt des Landkreises.

Es bleiben also sieben Vorranggebiete übrig, die die Kreisverwaltung gerne ins neue Raumordnungsprogramm übernehmen würde, aber nicht vergrößern: Eckstever, Bassen, Achim-Borstel, Blender, Beppen, Holtum-Geest und Verden-Dörverden. Zusätzlich, so schlägt die Kreisverwaltung vor, sollten Vorrangflächen in Langwedel-Giersberg, Achim-Bollen und Kirchlinteln-Neddenaverbergen in den Plan aufgenommen werden. Karin Griwatz erläutert: 'Wir hätten dann auch künftig etwa 500 Hektar Wind-Vorrangflächen, würden das Leistungspotenzial aber auf mindestens 138 Megawatt erhöhen.' Das Stromerzeugungspotenzial könne vergrößert werden, wenn etwa in Bollen statt der bislang vorgesehenen vier Anlagen zehn bis zwölf gebaut würden.

Je nachdem, an welchen Stellschrauben die Politik dreht, ließe sich die Zahl der Vorranggebiete leicht erhöhen. So favorisiert die Verwaltung derzeit einen Mindestabstand von Windpark zu Windpark von fünf Kilometern. Würde sich die Politik für einen Abstand von vier Kilometern entscheiden, wären zusätzlich noch Vorranggebiete in Völkersen und Quelkhorn drin, bei einem Drei-Kilometer-Abstand kämen außerdem noch Thedinghausen-Werder, Intschede und Geestefeld dazu. Weitere Vorrangfläche ließen sich erschließen, wenn sich der Kreistag von dem sogenannten Freiraumkonzept verabschieden würde. Freiraumkonzept bedeutet, dass unberührte Naturflächen, die weitab von Straßen und Autobahnen, Großställen, Stromleitungen und Mobilfunkantennen liegen, auch von Windparks freigehalten werden sollen. Als nicht verhandelbar gelten aber auch in der Politik der Mindestabstand von 700 Metern zu Siedlungen und 400 Metern zu Einzelhäusern.

Mit den Vorstellungen der Kreisverwaltung wollen sich jetzt die Fraktionen befassen. Im Frühjahr 2010 soll der Kreistag ein Votum zum Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms abgeben, der dann in die Öffentlichkeitsbeteiligung geht. Bei der Abstimmung des Plans mit den Gemeinden werden unter anderem die Höhenbeschränkungen für Windräder, die es bei einigen Standorten gibt, thematisiert. Der Landkreis empfiehlt derzeit nur für Verden/Dörverden eine Höhenbegrenzung: 'Das hat mit dem Vogelzug zu tun',so Karin Griwatz. Ihr Windkonzept fasst sie so zusammen: 'Wir versuchen mit unserer Planung, der Bevölkerung und der Landschaft, aber auch den Windrad-Investoren und dem Klimaschutz gerecht zu werden.'"

Freitag, 24. April 2009

Die Ressourcen setzen die Grenzen der Zukunft

Auftakt-Veranstaltung des Netzwerks "Nachhaltiges Bauen" mit Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker im Kreistagssaal Verden

Hier der Nachbericht in den Verdener Nachrichten:
"Verden. Nicht länger die Steigerung der Arbeitsproduktivität sollte die Richtschnur des Wirtschaftens sein, sagte Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker gestern in Verden, sondern die Produktivität der Ressourcen. Der bekannte Wissenschaftler und Publizist war Hauptredner bei der offiziellen Eröffnung des Netzwerkes Nachhaltiges Bauen, das Verden zu einem Zentrum des ökologischen Bauens machen möchte. Zu der Veranstaltung im Kreishaus kamen rund 50 Vertreter von Behörden und Unternehmen.

Das im Herbst vergangenen Jahres gegründete Netzwerk möchte auf den Gebieten Forschung, Entwicklung und Qualifizierung das energieeffiziente Bauen fördern. Die von politischer Seite formulierten Energiesparziele generierten einen enormen Bedarf mit entsprechenden Beschäftigungseffekten, den es zu decken gelte, sagte Thomas Isselhard, der zusammen mit Ulrich Steinmeyer das Netzwerk managt.

Netzwerke bündelten das Wissen der Beteiligten und stärkten den Einzelnen, lobte Dr. Stefan Birkner, Staatssekretär im niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz, die Gründung der Verdener Institution. "Ökologie und Ökonomie sind kein Widerspruch", stellte Landrat Peter Bohlmann fest, der in der augenblicklichen Krise auch eine Chance für das Netzwerk und die mit ihm kooperierenden Unternehmen und Handwerker sieht. Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann lobte das Engagement der ebenso bodenständigen wie weltoffenen Handwerksbetriebe, die sich im Netzwerk engagieren.

"Handwerk tut dem Klima gut", sagte Rolf Schneider, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig, Lüneburg und Stade. Als Ursache für die aktuelle Wirtschaftskrise bezeichnete der 69 Jahre alte Ernst Ulrich von Weizsäcker die Vernachlässigung des Umweltgedankens in den Vereinigten Staaten. Billiger Treibstoff habe in den 80-er Jahren die Automobilindustrie saniert, gleichzeitig aber auch die Zersiedelung und einen enormen Zuwachs der Siedlungsfläche nach sich gezogen. Als dann der Ölpreis verrücktgespielt habe, sei das ganze System zusammengebrochen.

Zur Bewältigung der Klimakatastrophe müsste der CO2-Ausstoß eigentlich halbiert werden, tatsächlich werde er sich vermutlich aber vervierfachen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz der Bundesregierung sei ein erfolgreiches Instrument, habe aber auch Grenzen. Vervierfachung der Effizienz sei deshalb das gebotene Ziel, sagte von Weizsäcker.

Von Atomenergie hält der Gründer des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie nichts: "Uran ist genauso knapp wie Erdgas". Auch die Produktion von Wasserstoff sei kein zukunftsweisender Weg. Strom aus Windkraft sei noch ausbaufähig, allerdings auch nur begrenzt. Seiner Auffassung nach ist die Steigerung der Effizienz der richtige Weg, die Probleme zu lösen, machte von Weizsäcker in seinem 30-minütigen Vortrag deutlich. Allerdings sei dafür ein Paradigmenwechsel nötig: Die Ressourcenproduktiviät müsse die Bio- und Informationstechnologie aus ihrer alles bestimmenden Führungsposition verdrängen."

(Verdener Nachrichten, 22.04.09)

Sonntag, 19. April 2009

Solarstrom billig wie nie

Eine neue Technologie macht Solarstrom gegenüber Kohle- und Atomstrom auch ohne Förderung wettbewerbsfähig.
Von FOCUS-Redakteur Michael Odenwald

Solarstrom, sagen Kritiker, sei zu teuer und nur verkäuflich, weil er subventioniert wird. In Deutschland geschieht dies mittels einer gesetzlich vorgeschriebenen Einspeisevergütung von derzeit 43,01 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Kohle- und Kernkraftwerke können Strom dagegen für etwa 5,5 bis sieben Cent pro kWh liefern, Verbraucher zahlen dafür knapp 20 Cent.

Mit diesem Preis dürfte der Strom aus Sonnenzellen jedoch bald gleichziehen. Dann wäre die „Netzparität“ erreicht – das heißt, dass Solarenergie dann gegenüber dem Netzstrom auch ohne Förderung konkurrenzfähig ist.

Neue Schichttechnologie führt zum Erfolg

Den Durchbruch verdankt die Branche der Dünnschichttechnologie, die eine drastische Senkung der Produktionskosten von Solarmodulen bewirkt. Herkömmliche Sonnenzellen werden aus Siliziumblöcken geschnitten. Bei Dünnschichtmodulen wird das Halbleitermaterial, das Sonnenlicht in Strom verwandelt, dagegen auf Glasplatten aufgedampft. Um die gleiche Energiemenge zu erzeugen, benötigen sie nur ein bis zwei Prozent des Materials kristalliner Zellen.

Weltweit führender Hersteller von Dünnschichtmodulen ist die US-Firma First Solar. Sie produziert seit 2004 in den USA, 2007 nahm sie ein Werk in Frankfurt (Oder) in Betrieb, 2008 eines in Malaysia. Das Maß für die Produktionskapazität einer Solarfabrik ist die elektrische Leistung aller pro Jahr gefertigten Module. Bis 2008 hatten die First-Solar-Werke knapp 500 Megawatt (MW) erreicht. In diesem Jahr sollen es 1000 MW werden, das entspricht der Leistung eines Kernkraftwerks. „Die Produktionsmenge spielt bei der Kostensenkung eine große Rolle“, erklärt Stephan Hansen, Geschäftsführer von First Solar in Deutschland. „Vor allem aber konnten wir den Herstellungsprozess optimieren.“

Niedrige Herstellungskosten

Die Module werden in einer integrierten Fertigung in einem Durchlauf erzeugt, Halbleitermaterial ist Cadmiumtellurid. Hansen: „Dies geht schneller als bei Silizium mit seinen drei Produktionsschritten, wir brauchen weniger Inventar und haben so die geringsten Kapitalkosten pro Watt.“ Das Resultat ist eine beeindruckende Senkung der Herstellungskosten: Lagen sie im ersten Quartal 2006 bei 1,60 US-Dollar pro Watt, waren es Ende 2008 gerade noch 0,98 Dollar. Erstmals sei nun die symbolische Grenze von einem Dollar unterschritten, meldete First Solar stolz.

Damit rückt die Netzparität in Reichweite. „Am ehesten werden wir sie in südlichen Ländern wie Italien erreichen. Dort kostet der Strom 15 bis 20 Cent pro kWh“, konstatiert Hansen. „Damit könnten wir zwischen 2010 und 2012 konkurrieren.“ Im sonnenärmeren Deutschland seien die Endkundenpreise ab 2012 erreichbar.

Teuer gibt´s nicht

In den USA steht der Gleichstand bereits unmittelbar bevor. In einem 12,6-MW-Photovoltaik-Kraftwerk, das die Firma Sempra Generation in Nevada in Betrieb nahm, erzeugen First-Solar-Module den Strom. Die Kosten dafür könnten, wie die Fachzeitschrift „Photon“ berichtet, auf 7,5 US-Cent sinken. Dies sei „die billigste Solarenergie, die jemals geliefert wurde“, die Wettbewerbsfähigkeit mit konventionellen Kraftwerken werde nun erreicht.
Auch Dünnschichtzellen auf Silizium-Basis können günstig Strom erzeugen. Die deutsche Firma Centrotherm entwarf eine Produktionsanlage für Solarmodule, die kaum mehr als einen Euro pro Watt kosten. Das Argument vom teuren Sonnenstrom hat demnächst ganz offensichtlich ausgedient.

Donnerstag, 16. April 2009

MdB Stünker beim Netzwerk Nachhaltiges Bauen

Verden. "Wir sind beim Klimaschutz auf einem guten Weg", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Joachim Stünker gestern im Ökozentrum in Verden, das er zusammen mit den Europakandidaten der SPD, Bernd Lange und Ronald Frerks, besuchte. "Das reicht aber nicht aus", entgegnete Bruno Ernst vom Verdener Energienetzwerk im Handwerk. Die Technik zum Energiesparen sei vorhanden. Jetzt müsse sie auch endlich zum Kunden gelangen.

"Gehen Sie als Vorbild voran und machen Sie mit", schlug Ernst vor. Zum Beispiel mit einem so genannten "Stünker-Fonds". Damit könne man vielleicht eine Photovoltaikanlage, auch PV-Anlage genannt, installieren. Schnee von gestern. Der Bundestagsabgeordnete lässt gerade eine solche Anlage auf seinem Haus installieren.

"Es ist bereits viel in Bewegung gekommen und diese Entwicklung wird sich auch nicht bremsen lassen", sagte Stünker. Wenn die Europäische Union (EU) die Klimaziele erreichen wolle, solle sie das Hauptaugenmerk auf die Altbausanierung legen. Frage in die Runde: Was halten die Vermieter davon?

"Wir müssen offen damit umgehen und erklären, welche Ersparnisse und Kosten auf sie zukommen", sagte Detlef Buschmann, ebenfalls vom Verein Energienetz im Handwerk. Es bedürfe politischer Rahmenbedingungen, damit die Vermieter nicht auf ihren Kosten sitzenbleiben. Denn viele Eigentümer seien prinzipiell bereit, ihre Häuser zu sanieren. Schließlich möchte jeder gern Energie sparen. "Es geht in erster Linie um das Vermitteln der Möglichkeiten, um Transparenz", fügte Bürgermeister Lutz Brockmann hinzu. Eine wichtige Frage dabei sei, wo sich der Verbraucher informieren könne. In Verden entstehe deshalb jetzt ein zentraler Anlaufpunkt. Firmen, Innungen, Forschungsinstitute, Weiterbildungseinrichtungen und öffentliche Stellen sollen miteinander vernetzt werden. Das Ziel ist ein norddeutsches Zentrum für Ökologisches Bauen in Verden.

Ein solches Netzwerk komme vor allem den Handwerksbetrieben zugute. "Denn die sind nicht so gut organisiert und haben keine Lobby", sagte Ulrich Steinmeyer vom Netzwerk nachhaltiges Bauen. Zum Beispiel seien Fortbildungen für Monteure auf dem Gebiet der Altbausanierung unumgänglich und müssten endlich in die Wege geleitet werden.

Ein weiteres Thema war gestern der Passivhausbau. Die Politik ziele daraufhin, dass diese Bauweise künftig als Standard verwendet werde. "Da muss aber das Kind auch endlich einmal beim Namen genannt werden", kritisierte Buschmann. Hinsichtlich der Finanzierung gebe es zum Beispiel keinerlei Sicherheiten. Der Passivhausbau ist eines der Hauptfachgebiete, mit dem sich das Verdener Netzwerk befasse.

Verdener Nachrichten, 16.04.09

Dienstag, 31. März 2009

Stadtwerke fördern Einbau von BHKW

"Verden (fr). Wer alte Heizkessel-Anlagen gegen ein Erdgas-Mini-Blockheizkraftwerk austauschen will, kann ab April bis vorerst Ende 2010 einen Zuschuss von 500 Euro aus dem Förderprogramm VerKWK plus der Verdener Stadtwerke beantragen. Für die ersten fünf Anlagen werden zusätzlich 250 Euro gezahlt. Voraussetzungen. Die alte Anlage muss mindestens zehn Jahre alt sein oder nicht mit Erdgas beheizt werden; das neue Mini-BHKW - maximale elektrische Leistung: 10 Kilowatt - muss in der Liste förderfähiger Anlagen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle enthalten sein; Abschluss eines zehnjährigen Gaslieferungsvertrages sowie l Zugang zum Erdgasnetz der Stadtwerke. Nähere Infos bei ortsansässigen Heizungs-Installateurbetrieben und im Kundencenter der Stadtwerke."
Verdener Nachrichten vom 31.03.09

Montag, 30. März 2009

Mehr Energie erzeugen als verbrauchen

Bundesumweltministerium fördert Erstellung eines Klimaschutz-Teilkonzepts in der Leader-Region Aller-Leine-Tal

"30.03.2009 · RETHEM "Am 11. März ist der Bewilligungsbescheid vom Bundesumweltministerium bei uns eingegangen. Dank dieser Unterstützung sind die acht (Samt-)Gemeinden Ahlden, Dörverden, Hambühren, Kirchlinteln, Rethem, Schwarmstedt, Wietze und Winsen im Aller-Leine-Tal auf ihrem Weg zur "Plus-EnergieRegion" einen großen Schritt vorangekommen", freute sich jetzt Cort-Brün Voige, Bürgermeister der Samtgemeinde Rethem.

Das gemeinsam von der Leader-Region Aller-Leine-Tal erklärte Ziel, "Plus-EnergieRegion" zu werden, heißt, sozial verträglich und in Einklang mit Einwohnern und Landschaft mehr Energie vor Ort zu erzeugen, als verbraucht wird. Das "Plus" kann dann an andere, vor allem städtische Regionen weitergegeben werden.

Einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leistet die kontinuierliche Senkung des Energiebedarfs der Region durch die weitere Ausschöpfung von Energiesparpotenzialen und durch eine Steigerung der Energieeffizienz. Die kommunalen Liegenschaften der acht beteiligten Kommunen bieten hierzu ein großes, bislang ungenutztes Potenzial.

Zur Erschließung dieses Potenzials wird das geplante Klimaschutz-Teilkonzept eine fundierte Grundlage schaffen und geeignete Maßnahmen zur Energieeinsparung in kommunalen Gebäuden aufzeigen. Das Konzept hat einen umfassenden Ansatz. Es werden sowohl die Bereiche Heizung, Strom, Wasser, Gebäudetechnik als auch Verhaltensänderungen der Nutzer (Mitarbeiter, Hausmeister, Schüler, Lehrer) berücksichtigt. Bei der stattlichen Zahl von 92 einzubeziehenden Gebäuden, ist mit enormen Einsparmöglichkeiten zu rechnen.

Darüber hinaus soll für einen Großteil der Einrichtungen gleichzeitig ein integriertes Wärme nutzungskonzept entwickelt werden, das die Umstellung der Wärmeversorgung auf regenerative Energieträger und die Nutzung von Abwärme prüft.

Da alle acht Kommunen des Aller-Leine-Tals an einem Strang ziehen, nehmen sie in Sachen Energiesparen und Nutzung erneuerbarer Energien eine Vorbildfunktion für benachbarte Kommunen, für Privatwirtschaft und Bevölkerung ein. Dabei gewährleistet gerade auch die Einbeziehung zahlreicher kommunaler Einrichtungen mit Publikumsverkehr eine große Breitenwirkung: In Rathäusern, Kindergärten, Schulen, Feuerwehrhäusern, Bauhöfen, Büchereien und Sportstätten können viele verschiedene Zielgruppen auf das Thema Klimaschutz aufmerksam gemacht werden.

Geplant sind hier beispielsweise Schaukästen, die über die Energieeinsparungen an den einzelnen Standorten informieren. Kinder und Jugendliche sollen möglichst direkt an den Energieeffizienzmaßnahmen in Kindergärten und Schulen beteiligt werden. Durch den Zusammenschluss kommen auch vier (Samt-)Gemeinden mit weniger als 10000 Einwohnern in den Genuss der Fördermittel.

Die Bürgermeister in der Leader-Region Aller-Leine-Tal sind sich einig: "Insgesamt hat das Aller-Leine-Tal über 75000 Einwohner und über 866 Quadratkilometer Fläche - allein hätte es für vier (Samt-)Gemeinden von uns nicht gereicht, und zwei weitere Gemeinden liegen auch nur knapp über der geforderten Mindesteinwohnerzahl von 10000", hieß es während einer Zusammenkunft mit Vertretern der Gemeinden.

Doch der gemeinsame Auftritt bietet noch weitere Vorteile. Die hohe Zahl der zu untersuchenden Gebäude ermöglicht schon bei der Konzepterstellung umfangreiche Synergieeffekte und Kosteneinsparungen. So ist beispielsweise nur eine Ausschreibung nötig, gleichzeitig bieten sich übergreifende Handlungsansätze und Maßnahmen für alle Gebäude oder bestimmte Gebäudetypen, wie zum Beispiel Schulen oder Rathäuser, an.

Für die Erstellung des Klimaschutz-Teilkonzepts ist ein Zeitraum von einem Jahr vorgesehen. Die fachliche Erarbeitung des Klimaschutz-Teilkonzepts wird an ein externes Ingenieurbüro vergeben. Im Anschluss daran ist geplant, die Umsetzung durch einen Klimaschutzmanager zu begleiten. Auch hierzu können wiederum Fördermittel vom Bundesumweltministerium beantragt werden."

Verdener-Aller-Zeitung, 30.03.09

Dienstag, 24. Februar 2009

Die Haussanierer kennen sich auch mit der Finanzierung aus

Kooperation zwischen Energie-Netzwerk und Volksbank Verden
Von Ulrich Tatje

Verden. "Energie ist der Renner" weiß Bodo Plump, Leiter der Hauptgeschäftsstelle der Volksbank in Verden. Und weil heutzutage viele Menschen bei der Suche nach einer Wohnung zuallererst nach den Nebenkosten, und erst dann nach der Miete fragten, bleibe das Thema weiterhin aktuell, ist sich der Finanzexperte sicher.

Ähnlich beurteilen Bruno Ernst und Detlef Buschmann vom Verein Energie-Netzwerk im Handwerk die Situation. Deshalb haben sich Handwerker und Banker jetzt zu einer Kooperation zusammengetan. Eines der Ergebnisse: Die Volksbank bietet einen Spezialkredit für Energiesparmaßnahmen von bis zu 30 000 Euro mit einem Zinssatz von 3,75 Prozent an. "Wir machen die Modernisierung finanzierbar", warb Bank-Chef Wolfgang Dreyer für das neue Angebot.

Wobei der Zinssatz über die gesamte Laufzeit stabil bleibe und keine Bereitstellungskosten anfielen, wie Dreyer gestern bei der Vorstellung des Programms betonte. Der Volksbank-Kredit ergänze also sehr gut die Kredite, die Sanierer von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bekommen können. Wobei die Volksbank nicht so streng ist wie die KfW, denn mit dem Volksbank-Kredit können auch die Außenanlage, ein Carport oder weitere Schönheitsreparaturen bezahlt werden. "Ein echter Lückenfüller" sei der neue Kredit also, freute sich Dreyer.

Sanieren mit diesen Kredit werde quasi "zur Nullnummer", warb Bruno Ernst, denn allein die Handwerkerpreise würden Jahr zu Jahr um mehr als 3,75 Prozent zulegen. Viel stärker hingegen sei der Langzeiteffekt einer Haussanierung: "Mit Energiesparmaßnahmen kann man den Wert eines Hauses nachhaltig verbessern", hob Ernst hervor. Das Energie-Netzwerk im Handwerk entwickele jetzt nicht nur ein Konzept für die Haussanierung, mache dem Kunden Vorschläge für effektive Maßnahmen und setze sie dann um, sondern könne dem Kunden jetzt auch noch den schwierigen Weg durch den Finanzierungs-Dschungel abnehmen, warb Detlef Buschmann, Vorsitzender des Netzwerkes, für die Kooperation mit der Bank. Der Kunde habe, wenn er es wünsche, künftig nur noch einen Ansprechpartner.

Bodo Plump hat festgestellt, dass viele Hausbesitzer etwas in Sachen Energieeinsparung tun möchten, sich aber nicht an das Projekt herantrauten, weil sie davor zurückschreckten, mit diversen Handwerkern, Experten und Banken zu verhandeln. Mit dem Angebot des Energie-Netzwerkes in Kooperation mit der Volksbank gebe es jetzt ein Komplettangebot aus einer Hand, lobte Plump.

Sowohl das Netzwerk als auch die Kooperation mit der Bank "ist einzigartig", sagte Detlef Buschmann.

Verdener Nachrichten, 24.02.09

Donnerstag, 19. Februar 2009

Ein bisschen "Öko" für das Rathaus

Achimer Stadtwerke planen Photovoltaik-Anlage / Politiker setzen auf Signalwirkung und weniger auf Rentabilität

Von Christian Weth

Achim. Architekt Walter Kreideweiß hat’s kalkuliert: Eine breite Front von Sonnenkollektoren auf dem Dach des Rathauses rechnet sich nicht. Ökologischer soll der Verwaltungssitz trotzdem werden. Damit sind jetzt die Achimer Stadtwerke beauftragt worden. Sie sollen eine Photovoltaik-Anlage auf dem Rathaus installieren - die zwar kein Geld einbringt, aber den Stadtsäckel auch nicht belastet.

Dass sich Kollektoren auf dem Verwaltungssitz - rein technisch gesehen - anbringen lassen, weiß die Politik bereits seit September. Damals hatte Kreideweiß, der die Sanierung des Rathauses leitet, eine Machbarkeitsstudie vorgelegt. Und den Fraktionen auch gleich zu verstehen gegeben, dass eine Photovoltaik-Anlage aus wirtschaftlicher Sicht wenig Sinn macht.

Gleich zu den Akten legen wollte die Mehrheit der Politiker die Angelegenheit seinerzeit aber nicht. Zumindest ein Zeichen soll gesetzt werden: Die Stadt geht mit gutem Beispiel voran und hilft dabei, Kohlendioxid (CO2) einzusparen - wenn schon kein Geld zu machen ist. Darauf hat sich in der vergangenen Woche der Verwaltungsausschuss verständigt und per Beschluss die Stadtwerke ins Boot geholt. Der Vertrag soll demnächst unterschrieben werden.

Das bestätigte gestern Vorstandssprecher Wolfgang Fischer. Der Energieversorger soll dabei nicht nur die Photovoltaik-Anlage fürs Rathaus planen, sondern auch in die Tat umsetzen. "Erfahrungen darin haben wir ja", sagt Fischer und führt als Kompetenz-Beleg das eigene Dach an: Auf der Achimer Stadtwerke-Zentrale wird schon seit längerem Sonnenenergie von Kollektoren eingefangen.

Wie dort soll jetzt auch das Rathausdach bestückt werden - oder zumindest ähnlich. Denn welche Ausmaße die Anlage annehmen wird, kann Fischer momentan nicht sagen: "Die Planungen haben gerade erst begonnen." Deshalb stehen auch die Kosten noch nicht fest. Sicher ist aber: Die Stadtwerke tragen sie allein. Das teilte Werner Meinken, Mitglied des Stadtwerke-Vorstandes, auf Anfrage mit. Ihm zufolge ist zwar vorsorglich Geld im städtischen Haushalt für Kollektorentechnik eingeplant, doch: "Das kann nun getrost unangetastet bleiben."

Zumindest im Fall des Rathauses. Rein theoretisch könne die Summe jetzt für Photovoltaik-Anlagen auf anderen Gebäuden der Stadt verwendet werden, meint Vorstandsmitglied Meinken. Laut Steffen Zorn, Leiter der Grundstücks- und Gebäudeverwaltung Achim, beläuft sich der Haushaltsposten auf exakt 200 000 Euro.

Die Kooperation zwischen Stadt und Stadtwerken für die Kollektoren ist simpel: Die Verwaltung stellt unentgeltlich das Dach des Rathauses als werbewirksame Fläche dem Energieversorger zur Verfügung, der die Anlage so plant, wie er es für richtig und angebracht hält. Auch dürfen die Stadtwerke nicht nur auf dem Dach ökologisch Flagge zeigen, sondern auch unten im Foyer auf sich aufmerksam machen. Meinken: "Es ist vereinbart worden, dass im Foyer eine Anzeigetafel angebracht wird, auf der Besucher die Einsparung an Kohlendioxid ablesen können."

Verdener Nachrichten, 19.02.09

Montag, 16. Februar 2009

Mit Energie knausern

Firmen Mars, Vemag und CHT beteiligen sich an Projekt
Von Johannes Heeg

"Verden. Die Verdener Unternehmen Mars und Vemag und die in Oyten ansässige Firma CHT wollen künftig noch sparsamer mit Energie umgehen. Sie beteiligen sich an dem Projekt "Transferzentren Energieeffiezienz", das die Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN) und das Niedersächsische Ministerium für Umwelt und Klimaschutz gemeinsam initiiert haben.

"Als regionaler Arbeitgeberverband liegt uns die Reduzierung der Belastungen der Unternehmen besonders am Herzen", so URV-Verbandsgeschäftsführer Jürgen Esselmann aus Verden. "Nachhaltige und energieeffiziente Unternehmensführung bergen insbesondere für energieintensive Betriebe echte Wettbewerbsvorteile. Wir wollen unsere Unternehmen in der Region unterstützen", so Esselmann. Die Region Verden ist einer der sieben Standorte in Niedersachsen, in denen die Arbeitgeberverbände ihre Transferzentren einrichten. Ein Expertenteam leite die teilnehmenden Betriebe an, ihre Unternehmen selbst auf Energieeinsparpotenziale zu überprüfen, erläutert Esselmann. Darüber hinaus sieht das Projekt auch eine individuelle Beratung vor Ort für jedes Unternehmen vor.

Im Rahmen der "Transferzentren Energieeffizienz" wird in den Unternehmen ein umfassendes Energieaudit vorgenommen, ein Energiemanagementsystem installiert und ein Maßnahmenplan mit möglichen Einsparpotenzialen aufgestellt. Das Projekt läuft über 20 Monate, einige Plätze sind noch zu vergeben.

Weitere Informationen beim Unternehmensverband Rotenburg-Verden e.V. unter Telefon 0 42 31 / 67 81 32, E-Mail info@urv-online.de."

Verdener Nachrichten, 17.02.09


Mittwoch, 28. Januar 2009

Erneuerbare Energien decken 2020 fast die Hälfte des deutschen Strombedarfs

"Die Erneuerbaren Energien decken im Jahr 2020 mit einem Anteil von rund 47 Prozent fast die Hälfte des deutschen Strombedarfs. Gleichzeitig ist eine sichere Stromversorgung auch zur Zeit der höchsten Stromnachfrage gewährleistet. Das geht aus der aktuellen Ausbauprognose der Branche „Stromversorgung 2020“ hervor, die der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) und die Agentur für Erneuerbare Energien heute in Berlin vorgelegt haben.
„Energie aus Wind, Biomasse, Wasser, Sonne und Geothermie wird 2020 das prägende Element unserer Stromversorgung sein. Herkömmliche Kraftwerke ergänzen dieses Angebot nur noch bei Bedarf, Brennstoffimporte und CO2-Emissionen werden entsprechend reduziert. Damit stellen wir die Stromversorgung vom Kopf auf die Füße“, kommentierte Dietmar Schütz, Präsident des BEE, die Ergebnisse der Prognose. Sowohl die aus Erneuerbaren Energien produzierte Strommenge als auch die installierte Leistung zugehöriger Anlagen werde sich bis 2020 gegenüber heute etwa verdreifachen." [zum Artikel]

Mittwoch, 14. Januar 2009

Konjunkturpaket nutzen!

In Berlin hat die große Koalition das Konjunkturpaket II beschlossen. Neben vielen sehr fragwürdigen Investitionen bildet der Subventionsregen zumindest in einigen Bereichen durchaus Chancen für ökologisch sinnvolle Investitionen. Ein wichtiger Bereich sind dabei Sanierungsmaßnahmen in der öffentlichen Infrastruktur, z.B. Schulgebäude.
Allein 8,6 Milliarden Euro fließen aus dem Konjunkturprogramm in den Bildungsbereich - jedoch wären wären laut Deutschem Institut für Urbanistik 73 Mrd. nötig, um wenigstens die dringensten Sanierungen durchzuführen.
Reinhard Kahl schlägt in einem Artikel in der "Zeit" vor, die Bildungsinvestitionen für weitergehende, kreative und zukunftsweisende Projekte zu nutzen und die Schule zum lebendigen Lernort machen. So wie die SchülerInnen, die unter fachkundiger Anleitung Solarkollektoren auf ihrer Schule installieren und außerdem einen Fußballplatz anlegten. Oder dieses Beispiel:
"Die Architekturdozentin Susanne Hofmann an der TU Berlin erneuert gemeinsam mit ihren Studierenden (den "Baupiloten") nach Ideen von Kindern, Jugendliche und Pädagogen Schulen und Kitas. Die Baupiloten arbeiten mit Firmen zusammen, aber auch mit Beschäftigungsträgern für arbeitslose Jugendliche oder Werkstätten im Strafvollzug."
Kreative Projekte, die über reine Sanierungsmaßnahmen hinausgehen und die Betroffen mit einbeziehen. Das wäre doch auch eine Idee für den Landkreis Verden, oder?

Hausbesitzer sehen Kostenvorteile

Solarwärme, Holzpellets, Erdwärme: Die große Mehrheit der deutschen Hausbesitzer steht dem Heizen mit erneuerbaren Energien positiv gegenüber.
Holzpellets liegen im Trend
74 Prozent der Besitzer von Häusern und Wohnungen halten den Umstieg auf erneuerbare Energien tendenziell für lohnend, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag der Agentur für erneuerbare Energien hervorgeht. Laut der Umfrage betreibt jeder fünfte Haus- oder Wohnungsbesitzer schon eine Heizung mit erneuerbaren Energien.

Für die laut Forsa repräsentative Umfrage befragte das Institut 502 deutsche Haus- und Wohnungsbesitzer."
Quelle: FOCUS [Link zum Artikel]

Hier geht's zur Umfrage der Agentur für Erneuerbare Energien: [Link]

Sauberer Strom von engagierten Bürgern

"Sauberer Strom von engagierten Bürgern
Thedinghausener planen Bürgersonnenkraftwerk auf dem Dach der Schulturnhalle an der Jahnstraße Von Maren Brandstätter

THEDINGHAUSEN. Angesichts düsterer Prognosen von Klimaexperten sind Alternativen zur konventionellen Energiegewinnung gefragt wie nie. Die Ingenieure Ewald Röben und Heinrich Schröder aus Thedinghausen planen eine große Photovoltaikanlage, an der sich Bürger beteiligen können. Das Sonnenkraftwerk soll auf dem Dach der Jahnhalle installiert werden.

Das nach Süden ausgerichtete Dach der Schulsporthalle an der Jahnstraße wurde nach einiger Bedenkzeit vom Samtgemeinderat für das Projekt freigegeben. Für eine geringe Miete bietet das Dach den beiden Ingenieuren eine Fläche von knapp 250 Quadratmetern. "Auf dieser Fläche lassen sich im Jahr circa 18 000 KWh produzieren", prognostiziert Heinrich Schröder. "Das ist in etwa der jährliche Strombedarf von fünf Einfamilienhäusern." Daraus ergibt sich eine Einsparung von rund 15 Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich voraussichtlich auf 90 000 Euro. Finanziert werden soll das Sonnenkraftwerk nun von Gesellschaftern. Zum Verkauf stehen 36 Anteile zu je 2500 Euro.

"Natürlich steht es jedem frei, mehrere Anteile zu erwerben", betont Heinrich Schröder. Für das eingesetzte Kapital wird eine Verzinsung von sieben Prozent angestrebt. Die entrichtete Einlage macht den Investor automatisch zum Mitglied der noch zu gründenden Betreibergesellschaft in Form einer GbR.

Der aus der Sonne gewonnene Strom wird ins Versorgungsnetz eingespeist, und vom regionalen Energieversorger mit 43 Cent pro KWh vergütet. Der Preis wird hierbei auf 20 Jahre garantiert. "Darin besteht die Investitionssicherheit dieses Projekts", so Ewald Röben. Auch die Produktionsleistung von Photovoltaik-Anlagen sei relativ konstant. "Wenn der Sommer mal nicht so schön ist, hat das keine nenneswerte Auswirkung auf die Strommenge", versichert Röben.

Eine Einschränkung gibt es für Bewerber: Die Beteiligung an der Anlage ist den Bürgern der Samtgemeinde vorbehalten. "Wir wollten gerne, dass es ein lokales Projekt wird, das vielleicht auch Neuzugezogenen die Integration ins Dorfgeschehen erleichtert", erklärt Schröder.

Auch für die Montage der umweltfreundlichen Anlage werden lokale Anbieter favorisiert, wobei der Preis natürlich nicht völlig außer Acht gelassen werden könne, so Schröder.

Wird das Bürger-Sonnenkraftwerk ein Erfolg, würden die beiden Initiatoren sich gerne auf dem Schulgelände ausweiten. "Es gibt hier noch einige geeignete große Dächer", so Röben, "die wir langfristig gerne für unser Projekt nutzen würden." Zudem sei eine Photovoltaik-Anlage auch ein anschaulicher Unterrichtsbeitrag für die Schüler der Gudewill-Schule."

Verdener Nachrichten, 14.01.09

Montag, 12. Januar 2009

Übersicht Förderprogramme für Neubau und Altbausanierung

Bei FOCUS Online gibt es eine gute Zusammenstellung aktueller Förderprogramme für Neubauten, Altbausanierungen und Energieeffizienzmaßnahmen:
"Immobilienförderung
Milliarden für Eigentümer

Bauherren und Modernisierer, die Sonnenenergie einsetzen, mit Holz heizen oder ihr Haus besser dämmen als vorgeschrieben, können mehrere Zehntausend Euro vom Staat einstreichen und von Minizinsen ab 1,4 Prozent profitieren." [Weiterlesen]

RWE will niederländischen Energieversorger Essent kaufen

"Essen (dpa) - Der Essener Energieriese RWE will für 9,3 Milliarden Euro das führende niederländische Energieunternehmen Essent kaufen. Die Unternehmen einigten sich heute auf die Bedingungen für ein verbindliches Barangebot. RWE will dabei sämtliche Anteile an dem Strom- und Gasunternehmen mit Ausnahme des Verteilnetzes und des Entsorgungsgeschäfts übernehmen, teilte RWE in Essen und Arnheim mit. Dadurch könne RWE rund 5,3 Millionen Kunden dazugewinnen, hieß es."
Quelle: http://www.focus.de/politik/schlagzeilen?day=20090112&did=979317