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Freitag, 1. Januar 2010

Stromfresser raus!

"Nirgends ist Klimaschutz so billig zu haben: Die Regierung fördert den Austausch alter Heizungs-Umwälzpumpen." schreibt ZEIT online. Es geht um den Austausch alter Heizungs-Umwälzpumpen durch neue effizientere Modelle, die vom Staat subventioniert werden.

Ein Akteur, der im Artikel vorgestellt wird, ist Theodor Röhm, »radelnder Installateur« in Bremen und vormals in Verden - dort hat er vor mehr als zehn Jahren die Heizungs- und Sanitäranlagen im Ökozentrum installiert.

[Hier] geht's zum Artikel.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

20 Euro Heizkosten für 200 Quadratmeter

Klimaschutz-Serie in den Verdener Nachrichten, von Johannes Heeg Formatierung für ausgewählten Text aufheben

"Verden. Bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen wird in diesen Tagen viel geredet. Weil Klimaschutz aber ohne Taten nicht funktioniert, haben wir uns in der Region umgesehen und mit Menschen gesprochen, die etwas in diesem Sinne tun. Das Thema heute: Wärmedämmung.

Wer den Energieverbrauch seines Altbaus und damit Heizkosten und CO2-Ausstoß senken will, muss erst mal Geld in die Hand nehmen, und zwar ziemlich viel. Dass sich die Investition dennoch lohnt, zeigt der Architekt Thomas Isselhard, Mitglied im Verdener Netzwerk Nachhaltiges Bauen e.V. am Beispiel des über 300 Jahre alten Verdener Domherrenhauses. Das Historische Museum ist nicht nur ein Baudenkmal, sondern auch ein Sanierungsfall. Die Außenhaut ist ziemlich dünn, so dass Museumsleiter Dr. Björn Emigholz rund 8000 Euro im Jahr für die Beheizung ausgeben muss - mit stark steigender Tendenz. Dank des Konjunkturpakets der Bundesregierung ist nun aber Abhilfe in Sicht: Das Haus an der Unteren Straße soll ein Energie-Musterknabe werden, ein Modellprojekt.

'Wir wollen die Heizkosten auf 40 Prozent senken', so Isselhard, der nach einer energetischen Bestandsaufnahme vorgeschlagen hat, die marode Heizung durch ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk zu ersetzen, das gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt und so den eingesetzten Brennstoff zu 90 Prozent nutzt. Zudem sollen die Außenwände von innen und Dach und Decken gedämmt und alle Fenster mit Einfachverglasung erneuert werden. 'Man sollte immer mit den Maßnahmen anfangen, die am meisten bringen', so Isselhard. 250000 Euro kostet die Maßnahme, für die im Januar der Startschuss fällt. 'Die Sache rechnet sich auf jeden Fall', sagt Emigholz. Laut Modellrechnung können durch die Sanierung 146000 Euro in 20 Jahren an Heizkosten eingespart werden.

Für private Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden in der Verdener Altstadt hat die Stadt Verden ein besonderes Förderprogramm aufgelegt - auch dies ein Modellprojekt, wie Fachbereichsleiterin Ulrike Zeidler betont. In der ersten Stufe eines Wettbewerbs bekommen sechs Hauseigentümer jeweils 1000 Euro als Zuschuss zu den Planungskosten. Damit werden konkrete Sanierungskonzepte gefördert, die für die Teilnahme an der zweiten Stufe des Wettbewerbes erforderlich sind.

Mit insgesamt 85000 Euro aus dem Konjunkturpaket will die Stadt die Umsetzung von drei bis fünf vorbildlichen Sanierungskonzepten für denkmalgeschützte Gebäude in der Verdener Altstadt unterstützen. Abgabeschluss für ein Sanierungskonzept als Wettbewerbsbeitrag ist der 15. Februar. Unter www.verden.de (Aktuelle Themen) sind die Wettbewerbsbedingungen und weitere Informationen zum Wettbewerb abrufbar. Das Netzwerk Nachhaltiges Bauen unterstützt den Wettbewerb und bietet dazu kostenlose Impulsberatungen an. Termine können mit dem Architekten Thomas Isselhard unter der Telefonnummer 04231/ 957555 vereinbart werden.

Dass sich Investitionen in Wärmedämmung und Klimaschutz rechnen, zeigt Isselhard auch am Beispiel eines alten Bauernhauses in Stedorf. 'Das haben wir energetisch auf Neubauniveau so saniert, dass der Gesamtenergiebedarf um 42 Prozent gesenkt wurde, wobei wir die typische Klinkerfassade erhalten haben', so Isselhard.

Für 100000 Euro seien ein Holzofen mit Warmwasseranschluss und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut worden, Dach und Böden seien gedämmt, die Außenwände von innen isoliert worden. 'Das lohnt sich', sagt Isselhard, und rechnet vor: Bei einer jährlichen Gaspreissteigerung von zwölf Prozent würden die Bewohner in den nächsten 30 Jahren 1,2 Millionen Euro für Heizung und Warmwasser ausgeben, wenn sie ihr Haus nicht gedämmt hätten. Dank der Investition, die zudem noch das Raumklima verbessert und dem Umweltschutz dient, sparen sie im selben Zeitraum 700000 Euro an Energiekosten ein.

Billiger wird das Energiesparen, wenn man sich sowieso ein neues Haus bauen will. Isselhard berichtet von einem 200-Quadratmeter-Wohnhaus in Horn-Lehe, dessen Bewohner sage und schreibe gerade mal 20 Euro im Monat für Heizung und Warmwasser ausgeben - und das bei Baukosten von 1400 Euro pro Quadratmeter.

Durch die Holzrahmenkonstruktion des Passivhauses mit Zellulosedämmung und Lärchenholzschalung seien nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz gekommen, die den Ressourcenverbrauch minimieren. 'Die Mehrkosten gegenüber dem vorgeschriebenen Standard betragen nur fünf Prozent', so Isselhard. Dafür geht er von einem Jahresheizwärmebedarf von umgerechnet 1,5 Liter Heizöl pro Jahr und Quadratmeter aus, 'das ist weniger als ein Euro pro Quadratmeter'.

Um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen - bis 2020 sollen die CO2-Emissionen mindestens um 20 Prozent reduziert werden - müsse aber vor allem in bestehende Gebäude investiert werden, so Isselhard. Bundesweit seien 75 Prozent des Gebäudebestandes vor 1980 errichtet worden. 'Der Energiebedarf im Gebäudebestand könnte bei umfangreicher Sanierung halbiert werden', sagt der Fachmann. Ein nicht zu verachtender Wirtschaftsfaktor für die regionale Bauwirtschaft: Allein für den Landkreis Verden beziffert er das jährliche Sanierungsvolumen auf 47 Millionen Euro.

Kräftig in Energiesparmaßnahmen investiert die Kreisbaugesellschaft. Für die Beheizung ihrer 1311 Mietwohnungen werden zwischen 75 und 250 Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter und Jahr benötigt, der Durchschnitt liege bei 180 Kilowattstunden, was 18 Litern Heizöl entspricht. 'Wir haben uns erst mal die Wohnungen vorgenommen, die bei über 180 Kilowattstunden liegen', berichtet Olaf Heitkamp, der Geschäftsführer des kommunalen Wohnungsunternehmens.

Er hat örtliche Handwerksbetriebe beauftragt, die Häuser mit dicken Schaumstoffplatten 'einzupacken'. Zudem wurden alte, undichte Fenster gegen hochwärmegedämmte ausgetauscht und Kellerdecken isoliert. Für eine Million Euro hat die Kreisbau im vorigen Jahr etwa 30 Wohnungen energetisch saniert, wie das im Fachjargon heißt. Hauptsächlich am Lönsweg. Das Programm wurde in diesem Jahr fortgesetzt, allerdings mit verdoppeltem Mitteleinsatz: '2009 haben wir 2,1 Millionen Euro investiert', sagt Heitkamp, der unter anderem zinsgünstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau nutzt: 'Der Zins liegt bei 1,4 Prozent.' Saniert wurden weitere Wohnungen am Lönsweg sowie am Fritz-Reuter-Weg und Im Ohrt - insgesamt 75.

Zudem bleibe es dabei, dass die Kreisbau jedes Jahr rund eine Million Euro in die Instandhaltung ihrer Wohnungen investiere, 2010 seien 30 Häuser an der Allerstraße an der Reihe. 'Wir müssen das machen, wenn wir unsere Mieter halten wollen', sagt Heitkamp. Schließlich sei der Ölpreis im vorigen Jahr um 32 Prozent gestiegen und damit auch die 'zweite Miete', die Nebenkosten. Der Erfolg der Maßnahmen könne sich sehen lassen: 'In den sanierten Häusern ist der Verbrauch bis zu 40 Prozent heruntergegangen', resümiert Heitkamp. Zwar würden die Mieten nach der Sanierung - dem Mietspiegel entsprechend - angehoben, doch würden die monatlichen Abschläge für die Nebenkosten reduziert.

Weil Heitkamp auch beim Landkreis fürs Gebäudemanagement zuständig ist, weiß er auch über die Investitionen in kreiseigene Gebäude Bescheid. '2009 und 2010 geben wir 2,2 Millionen Euro aus, um an unseren Gymnasien, an der BBS und am Kreishaus die Energieeffizienz zu verbessern', sagt er. Unter anderem würden Heizungen und Dächer erneuert und an die tausend alte Fenster ausgetauscht. 'Dadurch sparen wir 10000 bis 15000 Euro jährlich an Energiekosten ein', so Heitkamp."

Donnerstag, 16. April 2009

MdB Stünker beim Netzwerk Nachhaltiges Bauen

Verden. "Wir sind beim Klimaschutz auf einem guten Weg", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Joachim Stünker gestern im Ökozentrum in Verden, das er zusammen mit den Europakandidaten der SPD, Bernd Lange und Ronald Frerks, besuchte. "Das reicht aber nicht aus", entgegnete Bruno Ernst vom Verdener Energienetzwerk im Handwerk. Die Technik zum Energiesparen sei vorhanden. Jetzt müsse sie auch endlich zum Kunden gelangen.

"Gehen Sie als Vorbild voran und machen Sie mit", schlug Ernst vor. Zum Beispiel mit einem so genannten "Stünker-Fonds". Damit könne man vielleicht eine Photovoltaikanlage, auch PV-Anlage genannt, installieren. Schnee von gestern. Der Bundestagsabgeordnete lässt gerade eine solche Anlage auf seinem Haus installieren.

"Es ist bereits viel in Bewegung gekommen und diese Entwicklung wird sich auch nicht bremsen lassen", sagte Stünker. Wenn die Europäische Union (EU) die Klimaziele erreichen wolle, solle sie das Hauptaugenmerk auf die Altbausanierung legen. Frage in die Runde: Was halten die Vermieter davon?

"Wir müssen offen damit umgehen und erklären, welche Ersparnisse und Kosten auf sie zukommen", sagte Detlef Buschmann, ebenfalls vom Verein Energienetz im Handwerk. Es bedürfe politischer Rahmenbedingungen, damit die Vermieter nicht auf ihren Kosten sitzenbleiben. Denn viele Eigentümer seien prinzipiell bereit, ihre Häuser zu sanieren. Schließlich möchte jeder gern Energie sparen. "Es geht in erster Linie um das Vermitteln der Möglichkeiten, um Transparenz", fügte Bürgermeister Lutz Brockmann hinzu. Eine wichtige Frage dabei sei, wo sich der Verbraucher informieren könne. In Verden entstehe deshalb jetzt ein zentraler Anlaufpunkt. Firmen, Innungen, Forschungsinstitute, Weiterbildungseinrichtungen und öffentliche Stellen sollen miteinander vernetzt werden. Das Ziel ist ein norddeutsches Zentrum für Ökologisches Bauen in Verden.

Ein solches Netzwerk komme vor allem den Handwerksbetrieben zugute. "Denn die sind nicht so gut organisiert und haben keine Lobby", sagte Ulrich Steinmeyer vom Netzwerk nachhaltiges Bauen. Zum Beispiel seien Fortbildungen für Monteure auf dem Gebiet der Altbausanierung unumgänglich und müssten endlich in die Wege geleitet werden.

Ein weiteres Thema war gestern der Passivhausbau. Die Politik ziele daraufhin, dass diese Bauweise künftig als Standard verwendet werde. "Da muss aber das Kind auch endlich einmal beim Namen genannt werden", kritisierte Buschmann. Hinsichtlich der Finanzierung gebe es zum Beispiel keinerlei Sicherheiten. Der Passivhausbau ist eines der Hauptfachgebiete, mit dem sich das Verdener Netzwerk befasse.

Verdener Nachrichten, 16.04.09

Dienstag, 24. Februar 2009

Die Haussanierer kennen sich auch mit der Finanzierung aus

Kooperation zwischen Energie-Netzwerk und Volksbank Verden
Von Ulrich Tatje

Verden. "Energie ist der Renner" weiß Bodo Plump, Leiter der Hauptgeschäftsstelle der Volksbank in Verden. Und weil heutzutage viele Menschen bei der Suche nach einer Wohnung zuallererst nach den Nebenkosten, und erst dann nach der Miete fragten, bleibe das Thema weiterhin aktuell, ist sich der Finanzexperte sicher.

Ähnlich beurteilen Bruno Ernst und Detlef Buschmann vom Verein Energie-Netzwerk im Handwerk die Situation. Deshalb haben sich Handwerker und Banker jetzt zu einer Kooperation zusammengetan. Eines der Ergebnisse: Die Volksbank bietet einen Spezialkredit für Energiesparmaßnahmen von bis zu 30 000 Euro mit einem Zinssatz von 3,75 Prozent an. "Wir machen die Modernisierung finanzierbar", warb Bank-Chef Wolfgang Dreyer für das neue Angebot.

Wobei der Zinssatz über die gesamte Laufzeit stabil bleibe und keine Bereitstellungskosten anfielen, wie Dreyer gestern bei der Vorstellung des Programms betonte. Der Volksbank-Kredit ergänze also sehr gut die Kredite, die Sanierer von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bekommen können. Wobei die Volksbank nicht so streng ist wie die KfW, denn mit dem Volksbank-Kredit können auch die Außenanlage, ein Carport oder weitere Schönheitsreparaturen bezahlt werden. "Ein echter Lückenfüller" sei der neue Kredit also, freute sich Dreyer.

Sanieren mit diesen Kredit werde quasi "zur Nullnummer", warb Bruno Ernst, denn allein die Handwerkerpreise würden Jahr zu Jahr um mehr als 3,75 Prozent zulegen. Viel stärker hingegen sei der Langzeiteffekt einer Haussanierung: "Mit Energiesparmaßnahmen kann man den Wert eines Hauses nachhaltig verbessern", hob Ernst hervor. Das Energie-Netzwerk im Handwerk entwickele jetzt nicht nur ein Konzept für die Haussanierung, mache dem Kunden Vorschläge für effektive Maßnahmen und setze sie dann um, sondern könne dem Kunden jetzt auch noch den schwierigen Weg durch den Finanzierungs-Dschungel abnehmen, warb Detlef Buschmann, Vorsitzender des Netzwerkes, für die Kooperation mit der Bank. Der Kunde habe, wenn er es wünsche, künftig nur noch einen Ansprechpartner.

Bodo Plump hat festgestellt, dass viele Hausbesitzer etwas in Sachen Energieeinsparung tun möchten, sich aber nicht an das Projekt herantrauten, weil sie davor zurückschreckten, mit diversen Handwerkern, Experten und Banken zu verhandeln. Mit dem Angebot des Energie-Netzwerkes in Kooperation mit der Volksbank gebe es jetzt ein Komplettangebot aus einer Hand, lobte Plump.

Sowohl das Netzwerk als auch die Kooperation mit der Bank "ist einzigartig", sagte Detlef Buschmann.

Verdener Nachrichten, 24.02.09

Mittwoch, 14. Januar 2009

Konjunkturpaket nutzen!

In Berlin hat die große Koalition das Konjunkturpaket II beschlossen. Neben vielen sehr fragwürdigen Investitionen bildet der Subventionsregen zumindest in einigen Bereichen durchaus Chancen für ökologisch sinnvolle Investitionen. Ein wichtiger Bereich sind dabei Sanierungsmaßnahmen in der öffentlichen Infrastruktur, z.B. Schulgebäude.
Allein 8,6 Milliarden Euro fließen aus dem Konjunkturprogramm in den Bildungsbereich - jedoch wären wären laut Deutschem Institut für Urbanistik 73 Mrd. nötig, um wenigstens die dringensten Sanierungen durchzuführen.
Reinhard Kahl schlägt in einem Artikel in der "Zeit" vor, die Bildungsinvestitionen für weitergehende, kreative und zukunftsweisende Projekte zu nutzen und die Schule zum lebendigen Lernort machen. So wie die SchülerInnen, die unter fachkundiger Anleitung Solarkollektoren auf ihrer Schule installieren und außerdem einen Fußballplatz anlegten. Oder dieses Beispiel:
"Die Architekturdozentin Susanne Hofmann an der TU Berlin erneuert gemeinsam mit ihren Studierenden (den "Baupiloten") nach Ideen von Kindern, Jugendliche und Pädagogen Schulen und Kitas. Die Baupiloten arbeiten mit Firmen zusammen, aber auch mit Beschäftigungsträgern für arbeitslose Jugendliche oder Werkstätten im Strafvollzug."
Kreative Projekte, die über reine Sanierungsmaßnahmen hinausgehen und die Betroffen mit einbeziehen. Das wäre doch auch eine Idee für den Landkreis Verden, oder?