Thedinghausener planen Bürgersonnenkraftwerk auf dem Dach der Schulturnhalle an der Jahnstraße Von Maren Brandstätter
THEDINGHAUSEN. Angesichts düsterer Prognosen von Klimaexperten sind Alternativen zur konventionellen Energiegewinnung gefragt wie nie. Die Ingenieure Ewald Röben und Heinrich Schröder aus Thedinghausen planen eine große Photovoltaikanlage, an der sich Bürger beteiligen können. Das Sonnenkraftwerk soll auf dem Dach der Jahnhalle installiert werden.
Das nach Süden ausgerichtete Dach der Schulsporthalle an der Jahnstraße wurde nach einiger Bedenkzeit vom Samtgemeinderat für das Projekt freigegeben. Für eine geringe Miete bietet das Dach den beiden Ingenieuren eine Fläche von knapp 250 Quadratmetern. "Auf dieser Fläche lassen sich im Jahr circa 18 000 KWh produzieren", prognostiziert Heinrich Schröder. "Das ist in etwa der jährliche Strombedarf von fünf Einfamilienhäusern." Daraus ergibt sich eine Einsparung von rund 15 Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich voraussichtlich auf 90 000 Euro. Finanziert werden soll das Sonnenkraftwerk nun von Gesellschaftern. Zum Verkauf stehen 36 Anteile zu je 2500 Euro.
"Natürlich steht es jedem frei, mehrere Anteile zu erwerben", betont Heinrich Schröder. Für das eingesetzte Kapital wird eine Verzinsung von sieben Prozent angestrebt. Die entrichtete Einlage macht den Investor automatisch zum Mitglied der noch zu gründenden Betreibergesellschaft in Form einer GbR.
Der aus der Sonne gewonnene Strom wird ins Versorgungsnetz eingespeist, und vom regionalen Energieversorger mit 43 Cent pro KWh vergütet. Der Preis wird hierbei auf 20 Jahre garantiert. "Darin besteht die Investitionssicherheit dieses Projekts", so Ewald Röben. Auch die Produktionsleistung von Photovoltaik-Anlagen sei relativ konstant. "Wenn der Sommer mal nicht so schön ist, hat das keine nenneswerte Auswirkung auf die Strommenge", versichert Röben.
Eine Einschränkung gibt es für Bewerber: Die Beteiligung an der Anlage ist den Bürgern der Samtgemeinde vorbehalten. "Wir wollten gerne, dass es ein lokales Projekt wird, das vielleicht auch Neuzugezogenen die Integration ins Dorfgeschehen erleichtert", erklärt Schröder.
Auch für die Montage der umweltfreundlichen Anlage werden lokale Anbieter favorisiert, wobei der Preis natürlich nicht völlig außer Acht gelassen werden könne, so Schröder.
Wird das Bürger-Sonnenkraftwerk ein Erfolg, würden die beiden Initiatoren sich gerne auf dem Schulgelände ausweiten. "Es gibt hier noch einige geeignete große Dächer", so Röben, "die wir langfristig gerne für unser Projekt nutzen würden." Zudem sei eine Photovoltaik-Anlage auch ein anschaulicher Unterrichtsbeitrag für die Schüler der Gudewill-Schule."Verdener Nachrichten, 14.01.09
Mittwoch, 14. Januar 2009
Sauberer Strom von engagierten Bürgern
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