Auftakt-Veranstaltung des Netzwerks "Nachhaltiges Bauen" mit Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker im Kreistagssaal Verden
Hier der Nachbericht in den Verdener Nachrichten:"Verden. Nicht länger die Steigerung der Arbeitsproduktivität sollte die Richtschnur des Wirtschaftens sein, sagte Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker gestern in Verden, sondern die Produktivität der Ressourcen. Der bekannte Wissenschaftler und Publizist war Hauptredner bei der offiziellen Eröffnung des Netzwerkes Nachhaltiges Bauen, das Verden zu einem Zentrum des ökologischen Bauens machen möchte. Zu der Veranstaltung im Kreishaus kamen rund 50 Vertreter von Behörden und Unternehmen.
Das im Herbst vergangenen Jahres gegründete Netzwerk möchte auf den Gebieten Forschung, Entwicklung und Qualifizierung das energieeffiziente Bauen fördern. Die von politischer Seite formulierten Energiesparziele generierten einen enormen Bedarf mit entsprechenden Beschäftigungseffekten, den es zu decken gelte, sagte Thomas Isselhard, der zusammen mit Ulrich Steinmeyer das Netzwerk managt.
Netzwerke bündelten das Wissen der Beteiligten und stärkten den Einzelnen, lobte Dr. Stefan Birkner, Staatssekretär im niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz, die Gründung der Verdener Institution. "Ökologie und Ökonomie sind kein Widerspruch", stellte Landrat Peter Bohlmann fest, der in der augenblicklichen Krise auch eine Chance für das Netzwerk und die mit ihm kooperierenden Unternehmen und Handwerker sieht. Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann lobte das Engagement der ebenso bodenständigen wie weltoffenen Handwerksbetriebe, die sich im Netzwerk engagieren.
"Handwerk tut dem Klima gut", sagte Rolf Schneider, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig, Lüneburg und Stade. Als Ursache für die aktuelle Wirtschaftskrise bezeichnete der 69 Jahre alte Ernst Ulrich von Weizsäcker die Vernachlässigung des Umweltgedankens in den Vereinigten Staaten. Billiger Treibstoff habe in den 80-er Jahren die Automobilindustrie saniert, gleichzeitig aber auch die Zersiedelung und einen enormen Zuwachs der Siedlungsfläche nach sich gezogen. Als dann der Ölpreis verrücktgespielt habe, sei das ganze System zusammengebrochen.
Zur Bewältigung der Klimakatastrophe müsste der CO2-Ausstoß eigentlich halbiert werden, tatsächlich werde er sich vermutlich aber vervierfachen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz der Bundesregierung sei ein erfolgreiches Instrument, habe aber auch Grenzen. Vervierfachung der Effizienz sei deshalb das gebotene Ziel, sagte von Weizsäcker.
Von Atomenergie hält der Gründer des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie nichts: "Uran ist genauso knapp wie Erdgas". Auch die Produktion von Wasserstoff sei kein zukunftsweisender Weg. Strom aus Windkraft sei noch ausbaufähig, allerdings auch nur begrenzt. Seiner Auffassung nach ist die Steigerung der Effizienz der richtige Weg, die Probleme zu lösen, machte von Weizsäcker in seinem 30-minütigen Vortrag deutlich. Allerdings sei dafür ein Paradigmenwechsel nötig: Die Ressourcenproduktiviät müsse die Bio- und Informationstechnologie aus ihrer alles bestimmenden Führungsposition verdrängen."
(Verdener Nachrichten, 22.04.09)
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Freitag, 24. April 2009
Die Ressourcen setzen die Grenzen der Zukunft
Donnerstag, 16. April 2009
MdB Stünker beim Netzwerk Nachhaltiges Bauen
Verden. "Wir sind beim Klimaschutz auf einem guten Weg", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Joachim Stünker gestern im Ökozentrum in Verden, das er zusammen mit den Europakandidaten der SPD, Bernd Lange und Ronald Frerks, besuchte. "Das reicht aber nicht aus", entgegnete Bruno Ernst vom Verdener Energienetzwerk im Handwerk. Die Technik zum Energiesparen sei vorhanden. Jetzt müsse sie auch endlich zum Kunden gelangen.
"Gehen Sie als Vorbild voran und machen Sie mit", schlug Ernst vor. Zum Beispiel mit einem so genannten "Stünker-Fonds". Damit könne man vielleicht eine Photovoltaikanlage, auch PV-Anlage genannt, installieren. Schnee von gestern. Der Bundestagsabgeordnete lässt gerade eine solche Anlage auf seinem Haus installieren.
"Es ist bereits viel in Bewegung gekommen und diese Entwicklung wird sich auch nicht bremsen lassen", sagte Stünker. Wenn die Europäische Union (EU) die Klimaziele erreichen wolle, solle sie das Hauptaugenmerk auf die Altbausanierung legen. Frage in die Runde: Was halten die Vermieter davon?
"Wir müssen offen damit umgehen und erklären, welche Ersparnisse und Kosten auf sie zukommen", sagte Detlef Buschmann, ebenfalls vom Verein Energienetz im Handwerk. Es bedürfe politischer Rahmenbedingungen, damit die Vermieter nicht auf ihren Kosten sitzenbleiben. Denn viele Eigentümer seien prinzipiell bereit, ihre Häuser zu sanieren. Schließlich möchte jeder gern Energie sparen. "Es geht in erster Linie um das Vermitteln der Möglichkeiten, um Transparenz", fügte Bürgermeister Lutz Brockmann hinzu. Eine wichtige Frage dabei sei, wo sich der Verbraucher informieren könne. In Verden entstehe deshalb jetzt ein zentraler Anlaufpunkt. Firmen, Innungen, Forschungsinstitute, Weiterbildungseinrichtungen und öffentliche Stellen sollen miteinander vernetzt werden. Das Ziel ist ein norddeutsches Zentrum für Ökologisches Bauen in Verden.
Ein solches Netzwerk komme vor allem den Handwerksbetrieben zugute. "Denn die sind nicht so gut organisiert und haben keine Lobby", sagte Ulrich Steinmeyer vom Netzwerk nachhaltiges Bauen. Zum Beispiel seien Fortbildungen für Monteure auf dem Gebiet der Altbausanierung unumgänglich und müssten endlich in die Wege geleitet werden.
Ein weiteres Thema war gestern der Passivhausbau. Die Politik ziele daraufhin, dass diese Bauweise künftig als Standard verwendet werde. "Da muss aber das Kind auch endlich einmal beim Namen genannt werden", kritisierte Buschmann. Hinsichtlich der Finanzierung gebe es zum Beispiel keinerlei Sicherheiten. Der Passivhausbau ist eines der Hauptfachgebiete, mit dem sich das Verdener Netzwerk befasse.
Verdener Nachrichten, 16.04.09
Montag, 12. Januar 2009
Übersicht Förderprogramme für Neubau und Altbausanierung
Bei FOCUS Online gibt es eine gute Zusammenstellung aktueller Förderprogramme für Neubauten, Altbausanierungen und Energieeffizienzmaßnahmen:
"Immobilienförderung
Milliarden für Eigentümer
Bauherren und Modernisierer, die Sonnenenergie einsetzen, mit Holz heizen oder ihr Haus besser dämmen als vorgeschrieben, können mehrere Zehntausend Euro vom Staat einstreichen und von Minizinsen ab 1,4 Prozent profitieren." [Weiterlesen]
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